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Springer bald nur noch online?

Mittwoch, 25. Juli 2012 um 10:25

Von Armin Brack

Im Zusammenhang mit Axel Springer von „Revolution“ zu sprechen, mutet seltsam an. Es umschreibt aber ganz gut genau das, was seit fast zwei Jahren im Berliner Medienhaus vor sich geht. Springer wird kräftig umgebaut. Das wachstumsstarke Online-Geschäft gewinnt rasant an Bedeutung. Das eigentliche Brot-und Butter-Geschäft gerät ins Hintertreffen, obwohl auch dort nach wie vor relativ solide Erträge erwirtschaftet werden.

Ist die zunehmende Digitalisierung ein Fehler oder eine Riesenchance? Ich meine, das Mutterhaus von „Bild“, „Welt“ oder „Hörzu“ macht derzeit (fast) alles richtig. Der Zukunftsmarkt liegt im Online-Bereich.

Die vorgelegten Zahlen belegen das: Konzernweit stieg der Umsatz des Springer-Konzerns zum Jahresauftakt um 7 Prozent auf 789 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) legte ebenfalls um 7 Prozent zu. Es betrug 136,5 Millionen Euro.

Unter dem Strich steht ein Gewinn von 68,5 Millionen Euro in den Büchern, also rund 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Prognosen der Experten, auch meine Schätzungen, wurden klar übertroffen. Schon jetzt scheint sicher, dass Springer das schon sehr gute 2011er Ergebnis noch einmal übertreffen wird.

Der Umsatz sollte somit auf mehr als 3,50 Milliarden Euro (2011: 3,19 Milliarden Euro) gesteigert werden können, die Werbeeinnahmen, die bei Springer rund die Hälfte des gesamten Umsatzes ausmachen, würden danach auf Konzernebene von 1,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf rund 1,8 Milliarden Euro klettern.

Digitale Werbeeinnahmen sprudeln

Vor allem das Internetgeschäft boomt: Das Umsatzwachstum im Bereich Digitale Medien stieg immerhin um 35 Prozent auf 962 Millionen Euro. Die Werbeeinnahmen sprudeln nur so. Inzwischen wird mit den Webseiten bei Springer fast so viel umgesetzt wie im nationalen Zeitungsgeschäft. Dabei geht’s auch dem gar nicht mal schlecht.

Die Flaggschiffe wie „Bild“ und „Welt“ fahren stabile Ergebnisse ein, allerdings hat der Konzern da mit gestiegenen Abo-Preisen und diversen Sonderaktionen nachgeholfen. Etwas schlechter sieht es noch bei den internationalen Printmedien aus. Doch angesichts der äußerst schwachen ökonomischen Rahmenbedingungen vor allem im Euro-Raum kann Springer mit den Zahlen mehr als zufrieden sein.

Konsequent kauft Springer im Online-Bereich zu: Der Verlag betreibt eine ganze Reihe von Internetseiten, darunter digitale Ableger von Printprodukten wie bild.de und Online-Rubrikenmärkte wie immonet.de und stepstone.de.

Die jüngsten Zukäufe sind das französische Immobilienportal Seloger sowie 75 Prozent der Anteile am führenden polnischen Online-Portal Onet.pl. Der Kaufpreis für Onet.pl soll rund 217,5 Millionen Euro betragen, die Transaktion zum 01. Januar 2013 vollzogen werden.

Eine lohnende Investition: Onet.pl erreicht den Angaben zufolge mit Nachrichten und Services rund 70 Prozent der Internetnutzer in Polen. Das Portal ist gleich hinter Google Polen die zweitmeistbesuchte Webseite des Landes. An der Börse wurde der Zukauf gefeiert. Zu Recht, meine ich: Die jüngsten wertsteigernden Akquisitionen des Medienkonzerns werden sich vermutlich sehr schnell auszahlen.

Einen der wenigen Flops im Internet hatte man ausgerechnet mit dem völlig überteuerten Kauf der Aktien-Community wallstreet:online zu verzeichnen, die man im März 2007 mehrheitlich gekauft hatte – und gut drei Jahre später wieder an Gründer Andre Kolbinger abgab. Zu einem Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises. Dafür gewinnt aber das Finanzportal Finanzen.net ständig an Reichweite.

Fazit: Unter der Annahme, dass es zu keiner weiteren signifikanten Eintrübung der konjunkturellen Rahmenbedingungen kommt, rechnet Axel Springer-Vorstand Mathias Döpfner für das Geschäftsjahr mit einem Anstieg der Umsätze im einstelligen Prozentbereich. Dabei werden die steigenden Erlöse bei den digitalen Medien laut Döpfner die eventuell leicht rückläufigen Umsätze im Printgeschäft mehr als ausgleichen. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.

Was auffällt ist, dass das Printgeschäft bei Springer – anders als bei der europäischen Konkurrenz – sich vergleichsweise stabil zeigt. Das Rückgrat des Unternehmens ist es aber nicht mehr. Die Online-Sparte hat inzwischen eine ähnlich große Bedeutung.

Die DZ Bank sieht bei Springer weitere interessante Ertragspotentiale für die mittlere Sicht und hat einen fairen Wert der Aktie von 48 Euro errechnet. Ich halte das zwar für etwas zu optimistisch, doch ausgeschlossen ist es nicht, dass das Springer-Papier diesen Wert noch im Laufe des Jahres 2012 erreicht.

Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Report.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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