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Linde: Jetzt einsteigen?

Mittwoch, 11. Juli 2012 um 08:41

Von Armin Brack

Linde geht auf große Einkaufstour und baut sein ohnehin schon sehr lukratives Gesundheitsgeschäft auf dem US-Markt aus. Der Münchener Gase-Spezialist will den Anbieter von häuslichen Pflegeprodukten Lincare aus Florida für umgerechnet 3,6 Milliarden Euro übernehmen und damit auf dem nordamerikanischen Markt den Umsatz in der Healthcare-Sparte auf 2,8 Milliarden Euro verdoppeln. Ein Meilenstein für den Dax-Konzern.

Die Akquisition ist ein sinnvoller Schritt, denn dadurch wird Linde zu einem Global Player im Gesundheitsgeschäft. Die Bayern ziehen im Geschäft mit medizinischen Gasen (Jahresumsatz von Linde bisher: 1,2 Milliarden Euro) damit sogar an ihrem Erzrivalen Air Liquide vorbei. Den Franzosen war ebenfalls Interesse an Lincare nachgesagt worden.

Der weltweite Markt für das Segment medizinische Gase hat ein Volumen von rund 12 Milliarden Euro. Dabei ist der Heimbereich mit einer Wachstumsrate von rund 6 Prozent der wohl am dynamisch wachsendste.

Sowohl die Lincare-Aktionäre als auch die Kartellbehörden müssen dem Linde-Deal aber noch zustimmen. Der Lincare-Vorstand hat seinen Aktionären schon die Annahme des Angebotes empfohlen, so dass von dieser Seite keine Probleme zu erwarten sind. „Das Board von Lincare ist davon überzeugt, dass sich das Unternehmen als Teil eines renommierten Global Players noch besser entwickeln kann als bisher“, sagte Firmenchef John Byrnes.

Profitabler als Industriegase

Für Linde-Chef Wolfgang Reitzle gilt das Geschäft mit medizinischen Gasen als reinrassiges Wachstumsfeld, zumal es auch profitabler ist als das klassische Geschäft mit Industriegasen. Vor wenigen Monaten erst kaufte Reitzle für fast 600 Millionen Euro das Heimmedizin- oder Homecare-Geschäft des US-Konkurrenten Air Products. Dabei geht es vor allem um die Pflege in den eigenen vier Wänden, außerhalb der Klinik. Auch in diesem Bereich erwartet Linde deutliches Wachstum. Die USA sind in Sachen Homecare mit einem Volumen von umgerechnet 4 Milliarden Euro der größte regionale Markt weltweit.

Während Linde dort bisher nur Zulieferer ist, ist Lincare nach Angaben der Münchener Marktführer. Lincare – auf die Behandlung von Patienten mit Atemwegserkrankungen in den eigenen vier Wänden spezialisiert – gehörte schon einmal zum Linde-Konzern. Anfang des 20. Jahrhunderts ging das Unternehmen aus dem US-Geschäft von Linde hervor und wurde 1917 zunächst Tochter von Union Carbide.

Linde bietet den Anteilseignern von Lincare 41,50 Dollar je Aktie in bar. Damit wird der US-Konzern insgesamt mit 4,6 Milliarden Dollar bewertet. Gemessen am letzten Aktienkurs von Lincare vor den ersten Übernahme-Spekulationen zahlen die Münchener einen Aufschlag von immerhin 64 Prozent für das Unternehmen aus Clearwater.

Der Preis ist stattlich, vielleicht sogar zu hoch. Immerhin wird Lincare mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 18 bewertet. Das ist kein Schnäppchen. Dennoch ist das Investment sinnvoll, denn das Medizingeschäft boomt.

Ein Grund: Gerade in den Industrienationen werden die Menschen immer älter, chronische Erkrankungen nehmen zu, Pflege und Medizin werden wichtiger.

Die Finanzierung der Übernahme soll zunächst durch einen Akquisitionskredit in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar sowie aus eigenen Mitteln erfolgen. Ein Teil des Kredites soll dann über eine Kapitalerhöhung von bis zu 1,5 Milliarden Euro refinanziert werden, der Rest erfolgt über eine Fremdfinanzierung.

Fazit: Unter Reitzles Führung ist Linde kräftig gewachsen, der Umsatz kletterte 2011 um 7,1 Prozent auf den Rekordwert von 13,8 Milliarden Euro. Vor sechs Jahren wurde bereits der britische Gase-Spezialist BOC übernommen. Jetzt scheint dem Linde-Chef noch einmal ein großer Wurf gelungen zu sein.

Durch den Zukauf steigt Linde zum weltweiten Marktführer im Geschäft mit medizinischen Gasen auf. Der Zukauf ist nicht billig, das kam nicht gut an am Markt. Doch Linde sichert sich mit der Akquisition ein sehr profitables Unternehmen. Lincare erzielte im vergangenen Jahr eine operative Gewinnmarge von 17,7 Prozent, Linde schaffte 13,9 Prozent.

Meines Erachtens überwiegen eindeutig die positiven Aspekte und so sehe ich auch gute Chancen, dass der im April beendete Aufschwung der Linde-Aktie, als das Papier mit 136 Euro sein Zwölf-Monats-Hoch markierte, nun bald wieder Fahrt aufnimmt.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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