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Metro vor Turnaround?

Donnerstag, 24. Mai 2012 um 13:43

Von Stefan Böhm
Der Metro-Konzern des Jahres 2012 ist ein Unternehmen im Umbruch. Mit dem neuen Vorstandschef Olaf Koch an der Spitze müssen alte Zöpfe abgeschnitten und neue Wege in eine tragfähige Zukunft gefunden werden. Dabei gilt es, so unterschiedliche Konzernbereiche wie den Elektronikmärkten Media Markt und Saturn, dem Cash&Carry Großhandel oder der Einzelhandelskette Real gerecht zu werden. Wahrlich keine leichte Aufgabe, auch weil Kochs Vorgänger jahrelang geschlafen haben. Vor allem Media Markt und Saturn, aber auch Real sind zu großen Baustellen verkommen.

Strategie gesucht

Dass Metro immer noch nicht über den Berg ist, zeigten auch die zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen, die einen deutlichen Ergebnisrückgang bei Media-Saturn und hohe Restrukturierungskosten bei Cash&Carry offenbarten. Immer noch hat Metro nicht die richtige Positionierung für die Elektronikmärkte gefunden, die unter dem hohen Preisdruck der Branche leiden. Auch das klassische Kaufhauskonzept von Galeria Kaufhof und die Real Supermärkte stehen auf dem Prüfstand. Nun werden Sie sich vielleicht fragen, warum ich bei so vielen Baustellen eine Aktie wie Metro überhaupt bespreche. Die Antwort ist einfach: Es gibt Anzeichen dafür, dass sich bei Real die Dinge zum Guten wenden und das ist der Zeitpunkt, den erfolgreiche Investoren zum Einstieg nutzen. Natürlich birgt dies auch Risiken, denn es ist keineswegs sicher, dass Metro den Turnaround schaffen wird. Auf der anderen Seite würde die Metro-Aktie auch nicht bei 23 Euro stehen, wenn Gewissheit bestehen würde, dass Olaf Koch den Konzern auf die Erfolgsspur zurückführen kann. Dann würde der Kurs wohl eher bei 30 Euro oder noch höher stehen.

Was geschieht mit Kaufhof und Real?

Die Bewertung der Aktie würde dies heute fast schon hergeben. Mit einem KGV 2012e von 8,4 ist Metro nicht teuer, zumal das Papier auch noch eine Dividendenrendite von 5,8 Prozent abwirft. Dass die Bewertung auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau liegt, hat aber nicht nur mit den konzerninternen Problemen zu tun. Aufgrund der Schuldenkrise herrscht in vielen Ländern eine Kaufzurückhaltung, mit der auch ein Handelskonzern wie Metro zurechtkommen muss. Koch-Vorgänger Cordes versuchte erfolglos, die Kaufhof Warenhäuser zu verkaufen, mehr oder weniger als erste Amtshandlung stoppte Koch die Verkaufsbemühungen. Endgültig abgesagt hat der neue Vorstandschef einen Kaufhof-Verkauf aber auch nicht. Auch bei Real ist nicht klar, ob der Bereich bei der Metrogruppe bleiben soll oder nicht. Auf der Hauptversammlung am 23. Mai erhoffen sich daher viele Anleger Klarheit darüber, welche Strategie denn nun verfolgt wird. Das Hü und Hott der Vergangenheit ist jedenfalls keine Strategie für die Zukunft. Trotz der vielen Kritikpunkte muss man eines jedoch auch festhalten: Metro verdient nach wie vor gutes Geld und schüttet eine stabile Dividende aus. Olaf Koch hat, so ist zu hören, die Rückendeckung der Großaktionäre Haniel und Schmidt-Ruthenbeck. Das ist auch wichtig, denn Machtkämpfe und Streit hemmten in den vergangenen Jahren oftmals die Gremien von Metro. Diesen „Luxus“ der Selbstzerstörung kann man sich in diesen Zeiten nicht mehr leisten.

Fazit: Metro ist kein Sanierungsfall, allerdings ein Unternehmen mit großem Handlungsbedarf. Erfahrungsgemäß bieten Unternehmen in solchen „Turnaround-Situationen“ große Chancen. Im DaxVestor zeigen wir Ihnen, wie Sie diese am besten nutzen können.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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