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Nie mehr steigende Kurse?

Freitag, 16. Mrz 2012 um 14:01

Von Armin Brack

Aus Investoren-Sicht sind die Entwicklungen in der Solarbranche katastrophal. Besonders bei deutschen Solar-Aktien sieht es zappenduster aus.

Ich halte die Kürzung der Solarförderungen im Prinzip für richtig: Der deutsche Staat fördert die Solarindustrie in den kommenden 20 Jahre mit 7,2 Milliarden Euro jährlich. Die in Deutschland installierte Kapazität ist 2011 mit dem Rekordwert von 7,5 Gigawatt völlig aus dem Ruder gelaufen. Das war mehr als doppelt so viel wie von der Regierung geplant. Damit schossen natürlich auch die Kosten für die Förderung in die Höhe.

Bei gleichzeitig massiv fallenden Modulpreisen haben damit am Ende eigentlich nur noch die Solarprojektierer und chinesische Produzenten Geld verdient. Der deutsche Staat hat damit das Wachstum der chinesischen Solarbranche mitfinanziert, während hierzulande die Produktion nicht mehr rentabel war beziehungsweise ist, was zu Massenentlassungen führt. Das Argument, die Solarindustrie würde hierzulande Arbeitsplätze schaffen, lief damit zunehmend ins Leere.

Eine drastische Kehrtwende war dringend notwendig und scheint nun auch vollzogen zu werden. Durch die geplante Kürzung der Einspeisevergütung um bis zu 30 Prozent quasi ab sofort wird die Nachfrage in Deutschland massiv zurückgehen.

Für private Betreiber lohnen sich die Großprojekte damit - trotz der rapide fallenden Modulpreise - nicht mehr.

Chinesische Solarfirmen produzieren auf Teufel komm raus

Hintergrund für den Fall der Solarmodul-Preise sind massive Überkapazitäten, ausgelöst vor allem durch chinesische Produzenten, die weiter auf Teufel komm raus produzieren.

Das setzt einen gefährlichen Selbstzerstörungsmechanismus in Gang. Denn die chinesische Zentralregierung ermutigt ihre Poly-Silizium und Solarzellenhersteller, die Produktion weiter nach oben zu fahren. Ein neuer Fünf-Jahres-Plan sieht vor, dass die führenden Produzenten des Landes bis 2015 eine Kapazität von 50.000 Tonnen Silizium pro Jahr aufbauen beziehungsweise das Equivalent von 5 Gigawatt an Solarmodulen haben.

Das ist aus rein strategischer Sicht durchaus sinnvoll, weil China mit seinem ungeheuren Energiehunger den eigenen Solarmarkt weiter unterstützen möchte (7,5 Gigawatt für 2012 geplant) und weitere Emerging Markets in den nächsten Jahren folgen werden.

So soll beispielsweise der aktuell noch in den Kinderschuhen steckende indische Markt bis 2022 auf ein Niveau von 33 Gigawatt klettern. Zum Vergleich: Der deutsche Markt dürfte sich in diesem Jahr auf 2,5 bis 3,5 Gigawatt mehr als halbieren.

China versucht also durch den massiven Ausbau der Kapazitäten, seinen Weltmarktanteil drastisch zu erhöhen, was bisher auch eindrucksvoll gelingt.

Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht ist das Ganze jedoch eine absolute Katastrophe. Denn der Zentralregierung ist es dabei vollkommen egal, ob die Firmen Gewinne erzielen oder nicht. Der chinesische Modulhersteller Suntech Power meldete einen Jahresverlust für 2011 von rekordverdächtigen 3,15 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 1 Milliarde US-Dollar.

Bei den Konkurrenten wie Yingli (Nettoverlust 600 Millionen US-Dollar 2011) und Trina Solar ("nur" 37,8 Millionen US-Dollar Verlust) sieht es nicht viel besser aus.

Aktien im Sturzflug

Entsprechend katastrophal ist die Kursentwicklung auch bei den chinesischen Werten. Viele Experten empfehlen schon seit langem den Kauf von chinesischen Solar-Aktien, weil diese im vergangenen Jahr auf KGV- und KUV-Basis so billig waren. Zumindest das niedrige KGV hat sich nach dem Abrutschen in die Verlustzone von selber erledigt. Gestiegen sind die Aktien dabei mitnichten. Suntech Power beispielsweise ist von knapp 10 auf aktuell unter 3  Euro gefallen.

Wie geht es nun bei diesen Aktien weiter? Sind die niedrigen Kurse nicht glänzende Einstiegschancen? Ich meine, nein! Anleger sollten eines beachten: Zwar lässt die chinesische Regierung die großen Anbieter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht Pleite gehen.

Das heißt aber noch lange nicht, dass die Aktienkurse der betreffenden Firmen wieder steigen.

Der chinesischen Regierung ist nämlich die Kursentwicklung von in den USA notierten China-Solaraktien vollkommen egal. Es sind ja vorwiegend ausländische Investoren, die dort ihr Geld verzocken. Staatsnahe Großbanken werden den Herstellern immer neue Kredite gewähren, um diese am Leben zu erhalten. Doch um einer Überschuldung vorzubeugen, wird dies wohl auch dazu führen, dass neue Kapitalerhöhungen fällig werden, die den Aktienkurs verwässern.

So wird meiner Ansicht nach zwar irgendwann die Marktkapitalisierung der betreffenden Firmen wieder deutlich steigen, gleichzeitig aber die Zahl der ausstehenden Aktien noch stärker zulegen. Unter dem Strich bedeutet das aber maximal stagnierende, wenn nicht gar weiter fallende Kurse.

Gleichzeitig verschärft sich der Margendruck auf die europäischen Anbieter, wie beispielsweise die deutschen Solarworld, Conergy und Q-Cells, durch die Preispolitik der Chinesen immer mehr. Wie die Citigroup berichtet, wurden vor wenigen Tagen in China erstmals Solarmodule zu 0,81 US-Dollar je Watt verkauft. Das ist ein historisches Tief. Bis dato wurde die magische Grenze zur Netzparität immer bei 1 US-Dollar gezogen.

Von daher ist zu befürchten, dass das Ende der Talfahrt noch nicht erreicht ist.

Fazit: Meiden Sie die im Artikel genannten Aktien und die Solarbranche im Allgemeinen weiterhin. Die Branchenkonsolidierung wird sich durch die starke Kapazitätsausweitung in China ohne Rücksicht auf die globale Nachfragesituation weiter beschleunigen. Speziell bei deutschen Solar-Aktien dürfte das Ende der Talfahrt noch nicht erreicht sein.

Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Report.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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