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Monster verziehen sich

Mittwoch, 15. Februar 2012 um 14:25

Von Thomas Grüner
Im Jahr 2011 noch die Schreckgespenster für nervöse Investoren schlechthin, scheinen Ratingagenturen im Jahr 2012 mit ihren Meldungen keine Wirkung mehr zu erzielen. Aktuellstes Beispiel: Moody´s stuft sechs europäische Staaten herab, darunter Spanien und Italien. Diese Meldung hätte noch Mitte des vergangenen Jahres für deutliche Reaktionen an den Märkten gesorgt. Der Effekt auf die Zinsentwicklung der betroffenen Staatsanleihen fiel 2011 jeweils entsprechend heftig aus. Und wie sieht die Reaktion im heutigen Marktumfeld aus?

Die zehnjährigen italienischen Staatsanleihen rentieren aktuell bei 5,58 Prozent, die zehnjährigen spanischen Staatsanleihen bei 5,29 Prozent – und zeigen sich damit relativ unbeeindruckt von den jüngsten Abstufungen. Zu Jahresbeginn rentierten zehnjährige italienische Staatsanleihen noch mit 6,64 Prozent und zehnjährige spanische Staatsanleihen mit 5,67 Prozent ebenfalls höher als zum aktuellen Zeitpunkt. Die Lage scheint sich eher zu entspannen als sich zu verschärfen. Anleger scheinen mittlerweile zu erkennen, dass die Ratingagenturen nichts Neues erzählen und die Situation von den Märkten längst eingepreist ist. So zeigte auch die jüngste Abstufung der Ratingagentur Standard & Poor´s wenig Wirkung. Kreditwürdigkeit und Ausblick für 15 spanische Banken wurden gesenkt, darunter Großbanken wie BBVA und Banco Santander. Den positiven Kursverlauf der Bankaktien in 2012 konnte dies allerdings keinesfalls bremsen.

Lazarett lichtet sich

Die deutlichen Kursgewinne verschiedener Aktienindizes zum Jahresbeginn haben viele Investoren erstaunt. Der beste Jahresstart seit 15 Jahren, und das vor dem Hintergrund der allgegenwärtigen Schuldenkrise? Während anfangs lediglich von einer Idiotenrallye die Rede war, scheinen langsam erste positive Meldungen ins Bewusstsein der Anleger durchzudringen. Die unvermeidliche griechische Pleite, die seit Monaten wie ein Damoklesschwert über den Märkten droht, rückt näher. Und hat dabei längst ihren Schrecken verloren. Einer Umfrage des Handelsblatts zufolge sehen mittlerweile 48 Prozent der befragten Anleger in der Griechenland-Krise mehr Chancen als Risiken. Eine Ausbreitung der Schuldenkrise auf andere, bedeutendere Länder wie Italien und Spanien haben viele Investoren schon gar nicht mehr auf der Agenda. Positive Nachrichten liefert zudem der ZEW: Die Konjunkturerwartungen der befragten deutschen Finanzexperten liegen erstmals seit Mai 2011 wieder im positiven Bereich. Steht ein Stimmungswandel an? Noch dominieren die negativen Schlagzeilen. Aber die Anzahl der Sorgenkinder wird geringer. Und die ersten Banken haben bereits ihre Jahresprognose deutlich nach oben korrigiert.

Fazit: Bis endgültige Erleichterung an den Märkten eintreten kann, sind noch einige Hürden zu meistern. Die Volatilität wird weiterhin hoch bleiben, mit Korrekturen ist jederzeit zu rechnen. Dennoch ist noch genug Aufwärtspotential an den Aktienmärkten vorhanden. Selbst wenn eine wahrscheinliche Rezession in einigen europäischen Ländern drohen dürfte, so stehen die Zeichen weiterhin gut, dass 2012 – global betrachtet – ein ausgezeichnetes Aktienjahr werden kann.

Weitere wichtige interessante Fakten zu diesem Thema – sowie einer detaillierten Markteinschätzung für 2012 – können Sie in unserer umfangreichen Jahresprognose nachlesen. Sie können diese kostenlos und unverbindlich unter www.gruener-fisher.de anfordern. Gerne können Sie uns auch per Telefon 06374 9911-0 kontaktieren und ein Exemplar anfordern!

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per eMail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter
www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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