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BIP-Zahlen richtig einordnen

Donnerstag, 15. Oktober 2020 um 16:37

Von Thomas Grüner
Ende Oktober wird das US Bureau of Economic Analysis seine Schätzung für das US-BIP im dritten Quartal 2020 veröffentlichen. Erwarten Sie einen historischen Anstieg! Die bisher erfassten Schätzungen, welche auf Basis von Echtzeitdaten erstellt wurden, prognostizieren im Median einen Anstieg von 26,1 Prozent. Ähnlich große Sprünge, wenn nicht sogar größere, werden dabei für die meisten Industrieländer erwartet. Aktuelle Schätzungen bewegen sich für die Eurozone bei 39,1 Prozent, für Deutschland bei 31,1 Prozent. Die daraus resultierenden Erkenntnisse für Anleger sind begrenzt, dennoch können diese Daten dazu beitragen, eine gesunde Erwartungshaltung einzunehmen.

Basis-Effekt schlägt zu

Die einfachste Feststellung besteht darin, dass dieser historische Anstieg durch eine niedrige Basis begünstigt wird. In der Tat war das zweite Quartal 2020 historisch schlecht, beispielsweise wird die dritte Schätzung für das US-BIP aktuell mit -31,4 Prozent beziffert. Und so wie wir zurückliegend darauf hingewiesen haben, dass annualisierte Daten die Quartalsentwicklung auf ein Jahr hochrechnen und somit das US-BIP nicht wirklich um ein Drittel geschrumpft ist, würde der Anstieg um 26,1 Prozent im dritten Quartal nicht bedeuten, dass das US-BIP um mehr als ein Viertel gewachsen ist. Es verdeutlicht einfach die Achterbahnfahrt der vergangenen Monate: Harte Einschnitte in den Lockdown-Monaten und eine schnelle Erholung, die sich natürlicherweise aus der Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit ergeben hat. Eine Entwicklung, die an den Aktienmärkten früh antizipiert und im Rahmen einer V-förmigen Bewegung abgearbeitet wurde, jetzt ziehen die Daten sozusagen nach.

Was bringt die nahe Zukunft?

Die Erwartungshaltung an das vierte Quartal 2020 verdeutlicht, dass sich die Daten-Turbulenzen gegen Jahresende wieder legen werden. Vorausschauende Prognosen für das US-BIP beziffern die annualisierte Wachstumsrate mit 5,2 Prozent. Dieser Wert lässt immer noch auf eine hohe Dynamik schließen, allerdings werden dadurch im vierten Quartal 2020 keine neuen Rekordwerte erreicht. Kritische Betrachter bemängeln natürlich die Verlangsamung der Erholungsbewegung in vielen Wirtschaftsbereichen. Von einer gestärkten Basis ausgehend ist es allerdings normal, dass sich Wachstumsraten wieder auf einem moderaten Niveau einpendeln, nachdem die erste hochdynamische Gegenbewegung vollführt wurde. Wir sehen diese Entwicklung eher als Zeichen dafür, dass in der Datenmenge eine gewisse Normalisierung nach den außergewöhnlichen Ereignissen im Jahr 2020 zu beobachten ist.

Voraussichtlich wird die globale Wirtschaft auch im vierten Quartal 2020 das Vorkrisenniveau nicht wieder erreichen können. Letztendlich dreht sich diese Diskussion allerdings um recht zufällige Markierungen, die eine geringe Bedeutungskraft für Aktienmärkte besitzen. In der Historie der Aktienmärkte sind keinerlei Hinweise darauf gegeben, dass das erneute Erreichen der vorangegangenen Wirtschaftsleistung nach einer Rezession einen spürbaren Einfluss auf die Aktienmärkte hat. Die aktuelle Situation mit COVID-19 sollte hier keine Ausnahme darstellen.

Fazit: Langfristige Anleger sollten die BIP-Zahlen eines Quartals weiterhin nicht zu sehr in den Fokus rücken. So wie das zweite Quartal keinen Untergang eingeläutet hat, sorgt das dritte Quartal nicht zwangsläufig für Jubelstimmung an den Märkten. Die Daten werden sich in absehbarer Zeit normalisieren und die Aktienmärkte werden weiterhin in die Zukunft blicken – auch über das aktuelle Kalenderjahr hinaus.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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