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Der Crash vergeht, die Angst bleibt

Freitag, 10. Juli 2020 um 02:01

Von Thomas Grüner
Trotz der dynamischen Erholungsbewegung an den weltweiten Aktienmärkten sind viele Anleger weiterhin besorgt. COVID-19 ist keineswegs überstanden, wie die neuesten Infektionszahlen weltweit zeigen. Die gefürchtete zweite Welle ist ein häufiger Diskussionsgegenstand und die Sorgen bleiben: Wird ein erneuter Lockdown in dieser Form die gebeutelte Weltwirtschaft endgültig in die Knie zwingen? Selbst die Suche nach weiteren Erkrankungen mit „Pandemie-Potential“ wie die Schweinegrippe rückt erneut in den Fokus. So schnell wird sich die Marktstimmung nicht von der COVID-19-Thematik lösen können, unabhängig von der kurzfristigen Kursentwicklung.

Eine typische Reaktion

In einer frühen Bullenmarktphase ist der jüngste Bärenmarkt stets fest in den Köpfen der Anleger verankert. Viele verbringen einen Großteil des neuen Bullenmarkts damit, nach einer Wiederholung dessen zu suchen, was den letzten Bärenmarkt verursacht hat. Man versucht, „den letzten Krieg noch einmal zu führen“. Im Anschluss an das Platzen der Technologie-Blase zur Jahrtausendwende konzentrierten sich von 2002 bis 2007 alle Augen auf die Technologieaktien. Allerdings wurde der nächste Bärenmarkt nicht durch Tech-Euphorie verursacht. Auch der Bullenmarkt von 2009 bis 2020 war durchgehend geprägt von der Suche nach einer „Wiederholung von 2008“ oder der nächsten „Lehman-Situation“. Konjunkturelle Rücksetzer, Staatsverschuldung und ungelöste Probleme im Finanzsektor erlaubten keine dynamischen Fortschritte bei der Marktstimmung. Im Grunde konnten sich die Köpfe der Anleger nie von den Altlasten der Finanzkrise vollständig befreien, bis COVID-19 dem offiziellen Zyklus ein jähes Ende bereitete. Diese permanente Alarmbereitschaft im längsten Bullenmarkt der Geschichte dürfte viele Anleger wertvolle Kursgewinne gekostet haben.

Keine Überraschung?

Immer wenn sich die gesamte Investmentwelt auf ein bestimmtes Thema einschießt, verliert dieses an Durchschlagskraft, um die Märkte nachhaltig zu bewegen. Das Überraschungspotential ist irgendwann ausgeschöpft. Dieses Prinzip kann man durchaus auch auf COVID-19 anwenden. Es war nicht die Existenz des Virus selbst, die den Bärenmarkt 2020 verursachte, es war die Entscheidung, die gesamte Wirtschaft der Industrieländer für mehrere Wochen abzuschalten. Die Aktienmärkte waren gezwungen, den stärksten wirtschaftlichen Rückgang der modernen Historie umgehend einzupreisen.

Die Erinnerung daran ist immer noch sehr präsent, neue Infektionen und wirtschaftliche Einschränkungen sind immer noch Realität – jeder rechnet damit, dass COVID-19 gesellschaftlich und wirtschaftlich für weiteres Ungemach sorgen wird. Wie groß wäre also die Überraschung, wenn es tatsächlich dazu kommt? Natürlich müssten Aktienmärkte dieser Entwicklung angemessen Rechnung tragen, für einen „unerwarteten Keulenschlag“, der Märkte langfristig aus dem Tritt bringt, ist jedoch das negative Überraschungspotential aus heutiger Sicht nicht ausreichend.

Fazit: Zwei aufeinanderfolgende Bärenmärkte haben selten dieselbe Ursache. Während viele Marktteilnehmer in dieser üblen Vergangenheit mental stecken bleiben, wird das negative Überraschungspotential für dieses „alte Thema“ signifikant verringert. Gleichzeitig gelingt es anderen negativen Entwicklungen, sich abseits vom übergeordneten Fokus auszubilden. Es lohnt sich also, wachsam zu bleiben. Aber wer zu wachsam ist, wird mit der langfristigen Marktentwicklung niemals Schritt halten können. Mut ist lohnender als Dauerskepsis!

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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