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Vom Handelskrieg zum Währungskrieg

Donnerstag, 8. August 2019 um 10:25

Von Thomas Grüner
Auf die jüngste Androhung von Donald Trump, Strafzölle in Höhe von 10 Prozent auf zuvor unversteuerte chinesische Importe mit einem Warenwert von 300 Milliarden US-Dollar zu erheben, reagierte China mit neuartigen Mitteln. Staatliche Unternehmen wurden angewiesen, keine US-Agrarprodukte mehr zu kaufen, zudem wurde die Abwertung des Yuan unter die bedeutsame Marke von 7,0 zum US-Dollar zugelassen, der niedrigste Stand seit der weltweiten Finanzkrise. Ist hiermit eine neue Eskalationsstufe erreicht?

Warnende Schlagzeilen sorgen für neue Unsicherheit, einige Marktbeobachter befürchten nicht weniger als eine ernstzunehmende Gefahr für das globale Finanzsystem. Schnelle Kursverluste an den weltweiten Börsen befeuern diese Ängste. Aber ist das denn wirklich neu?

Was will China erreichen?

Spekulationen rund um eine „Währungsmanipulation“ der chinesischen Offiziellen sind schon seit geraumer Zeit ein vieldiskutiertes Thema. Nüchtern betrachtet deutet der jüngste Schritt einfach darauf hin, dass die chinesische Zentralbank aktuell keine untere Grenze für den Yuan setzen will. Grundsätzlich sollte man nun kritisch hinterfragen, ob ein künstlich schwacher Yuan als wirtschaftliches Kalkül der chinesischen Funktionäre tatsächlich vollumfänglich sinnvoll ist. Im Jahr 2015 schwächte sich der Yuan ab, Anleger befürchteten eine harte Landung Chinas und eine Kapitalflucht setzte ein. Die chinesische Zentralbank musste eingreifen, um dieser Abschwächung entgegenzuwirken, und setzte dazu massive Devisenreserven ein im Umfang von etwa 1 Billion US-Dollar. Dieses Beispiel verdeutlicht vor allem eins: Die Aufrechterhaltung einer stabilen Währung ist für China ein entscheidender Faktor, um ausländisches Kapital im Land zu halten und das Wirtschaftswachstum zu unterstützen! Dem stehen die angeblichen Vorteile einer schwachen eigenen Währung klar entgegen, die sich beispielsweise über billigere Exporte und einen exportorientierten Produktionsboom entfalten könnten. Denn China ist seit längerem vor allem daran interessiert, seinen Dienstleistungssektor zu stärken und den chinesischen Konsum zu einem Wachstumsmotor zu machen.

Die Behauptung, dass China jetzt erneut einen schwachen Yuan anstrebt, würde sozusagen die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre auf den Kopf stellen. Ein damit verbundener Anstieg der Devisenreserven ist in der aktuellen Phase ebenfalls nicht zu beobachten. Das vorrangige Ziel der chinesischen Regierung besteht darin, die wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten, um somit auch die soziale Stabilität zu wahren. Wir bezweifeln, dass China eine derartige Instabilität riskieren würde, nur um Donald Trump eine lange Nase zu drehen.

Fazit: Die jüngsten Kurskapriolen verdeutlichen vor allem, wie nervös die Märkte zum aktuellen Zeitpunkt immer noch sind. Kurzfristige Volatilität ist nicht vorhersehbar und auch nicht direkt mit der Schwäche oder Stärke einer global bedeutenden Währung in Verbindung zu bringen. Fundamental hat sich die Welt in den vergangenen Wochen nicht ins Gegenteil verkehrt. In ihrer Gesamtheit sind die Strafzölle immer noch viel zu klein, um die Wirtschaft der USA, China oder sogar der ganzen Welt zu ruinieren. Währungskriege bleiben eher abstrakte Mythen als fundamentale Einflussfaktoren. Eine ausgewachsene Währungskrise, welche die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt an den Rand des Abgrunds führen kann, ist definitiv ein globales Marktrisiko. Es gibt jedoch weiterhin keine wirklichen Anzeichen dafür, dass dies in China aktuell der Fall ist.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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