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Deutschland wählt

Mittwoch, 20. September 2017 um 14:32

Von Thomas Grüner
Erinnern Sie sich? Zu Beginn des Jahres 2017 regierte die „Wahlfurcht“: Man befürchtete Schicksalswahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Und was geschah tatsächlich? Nachdem die Wahl in den Niederlanden ein Non-Event darstellte und die französische Präsidentschaftswahl durch das Scheitern Le Pens positive Impulse brachte, verbleibt die Bundestagswahl am Sonntag als letzter „Unsicherheitsfaktor“.

Im Vergleich zum Wahlkampf in den USA, der über Monate hinweg eine große Show lieferte, ist der Bundestagswahlkampf bisher unspektakulär. Wahldebatten, TV-Duelle und die mediale Berichterstattung insgesamt wirkten tendenziell eher einschläfernd. Die SPD scheint den Kampf bereits aufgegeben zu haben. Man hat nicht mehr den Eindruck, dass hier noch die letzten Kräfte mobilisiert werden können und wollen. Ein echter Wahlkampf ist das gefühlt längst nicht mehr.

Schubladen statt Vernunft

Bedenken Sie: Im Wahlkampf geht es nicht um Wahrheit und Fakten, sondern schlicht und einfach um Wählerstimmen. Der Wähler soll nicht Wahlprogramme kennen und verstehen, sondern sucht vor allem einen Unterstützer für seine eigene Lebenssituation. Selten wurde das so deutlich wie zur Wahl 2017. Das „Schubladen-Denken“ wird in der finalen Wahlkampfrhetorik aktiv gefördert. Überspitzt formuliert heißt das: Wer auf Klassenkampf gegen den bösen Kapitalismus aus ist, wählt die Linke, „Öko-Hardliner“ wählen Grün, Wutbürger die AfD, egoistische Gutverdiener die FDP. Bleibt da noch Platz in der Mitte für Solidarität und Vernunft?

Einer der großen Vorwürfe an Angela Merkel – vor allem aus ihrer eigenen Partei – lautet, dass sie die CDU „sozialdemokratisiert“ habe. Ja, das hat sie – und damit der CDU/CSU eine strategisch hervorragende Ausgangsposition für 2017 verschafft. Die jahrelange Integration zahlreicher „Kernbotschaften“ der SPD in die eigene Regierungsarbeit hat dazu geführt, dass die SPD ihre „Alleinstellungsmerkmale“ verloren hat. Viele „klassische“ SPD-Wähler sind abgewandert. Die SPD kann nicht mehr große Wählermassen mobilisieren. In der „Mitte der Gewinner“ sitzt Angela Merkel und lässt ihren Konkurrenten keinen Raum. Martin Schulz kämpft auf verlorenem Posten. Aktuell dümpelt die SPD in Umfragen zwischen 20 und 23 Prozent herum und steuert damit wohl auf eines der schlechtesten Ergebnisse in der sozialdemokratischen Geschichte zu. Man hat die Mitte der Bevölkerung an Angela Merkel verloren.

Merkels unerkannte Strategie

Viele scheinen das ignoriert zu haben. Angela Merkel hat vier Jahre gegen eine „linke Mehrheit“ im Deutschen Bundestag regieren müssen. Jederzeit hätte die SPD gemeinsam mit der Opposition Angela Merkel stürzen können. Die CDU ist dabei unter Merkel immer mehr in die Mitte gerückt. Der neu entstandene „Freiraum“ am rechten Rand des politischen Spektrums wurde von der AfD eingenommen. Strategisch kein Problem für Merkel, ihr geht es nicht um das Abschneiden der AfD, die keine Machtoption besitzt. Es geht darum, Rot-Rot-Grün sicher verhindern zu können, ihren einzig wahren Gegner. Das hat sie wohl geschafft.

Fazit: Ideologie oder ihre politische Meinung sollten Sie beim Agieren an den Märkten stets ausblenden. Die Fakten sind wie in unserer Jahresprognose beschrieben: 2017 wird das Jahr der schwindenden Unsicherheit in Europa. Alle Wahlen, vor denen man sich noch zu Jahresbeginn so fürchtete, haben ihren Schrecken verloren. Am kommenden Sonntag wird sich dieses Muster fortsetzen.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Chief Investment Officer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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