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Fallen Sie nicht ins Sommerloch

Donnerstag, 17. August 2017 um 10:10

Von Thomas Grüner
Viele Anleger brauchen immer „action“. Dabei verdient man nachhaltig Geld mit Qualität und Geduld. In den langweiligen Sommermonaten schaffen es selbst weniger „echte Nachrichten“ in den Fokus der Anleger. Hüten Sie sich davor, diese Nebengeräusche über zu bewerten!

Langweiliger Urlaubsmodus? Keineswegs. Zwischen den USA und Nordkorea werden die Drohgebärden stärker, die Stabilität an den Märkten scheint dahin. Selbst der kleinste Anflug von Volatilität raubt Investoren das nötige Sicherheitsgefühl und erschwert den Blick auf die übergeordnete Planung. Zumindest verbal fliegen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un die Fetzen. Die Interpretation der Tagesbewegungen an den Börsen scheint derzeit leicht: Gehen die Märkte nach unten, ist eine Verschärfung des Konflikts absehbar. Erholen sich die Märkte, scheint das Eskalationspotential eingedämmt. So einfach ist es am Ende leider nicht.

Gefahr der Überinterpretation

Anleger tappen in die Falle, zu viel in kurzfristige Marktbewegungen hineinzuinterpretieren welche letztendlich jedoch auch sehr vom Faktor Zufall bestimmt werden. Im übergeordneten Bild bleibt festzuhalten: Um einen fundamentalen Aufwärtstrend zu stoppen und ins Gegenteil umzukehren, ist eine kriegerische Auseinandersetzung in einer globalen Dimension nötig die Historie zeigt, dass regionale militärische Konflikte nicht ausreichen, um globale Markttrends nachhaltig zu beeindrucken. Seien es die Irak-Kriege oder zuletzt in Europa der Russland-Ukraine-Konflikt: Auf globaler Ebene haben es die Märkte immer schon geschafft, diese Unsicherheitsfaktoren weitestgehend zu absorbieren.

Die Gefahr einer „Überinterpretation“ der aktuellen Geschehnisse ist für Anleger letztendlich größer als die tatsächlichen Auswirkungen im Falle einer militärischen Eskalation. Der langfristig positive Trend wird ignoriert, wenn man sich kurzfristigen Turbulenzen stellen will diese Geschichte der „verpassten Rendite“ zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten acht Jahre Bullenmarkt.

Politischer Bärenmarkt!

Es mangelt nicht an fundamentaler Stärke, doch irgendwie schaffen es diese Themen auch im zweiten Halbjahr 2017 nicht so recht ins Rampenlicht. Das politische „Sommerloch“ geht in Kürze zu Ende. Der Bundestagswahlkampf tritt in die heiße Phase ein.

Kann Martin Schulz das Ruder in der Endphase des Wahlkampfs entscheidend herumreißen? Auch die aktuellsten Umfragewerte sprechen nicht dafür, dass sich die Situation der SPD seit der ernüchternden Bundestagswahl 2013 in irgendeiner Form substantiell verbessern wird. Im Vergleich zur Wählergunst um die Jahrtausendwende kann man weiterhin feststellen, dass sich die SPD seit vielen Jahren in einem zermürbenden „Bärenmarkt“ befindet. Der Schulz-Effekt? Komplett absorbiert. Auch die „kleinen“ Parteien zeigen sich wieder stabil über der 5 Prozent-Hürde. In der politischen Mitte hat sich über Jahre hinweg die CDU breit gemacht. Der Raum für Überraschungen scheint begrenzt.

Fazit: Traditionell sind die Sommermonate bei Anlegern wenig beliebt auch in diesem Jahr wird die Geduld der Anleger herausgefordert. Denken Sie aber langfristig und global! So wird das Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea leiser, die anstehende Bundestagswahl zur politischen Begleiterscheinung und der Blick auf das Wesentliche bleibt erhalten: Fundamentale Stärke, wachsende Weltwirtschaft, stabile Rahmenbedingungen und ein daraus resultierend intakter Bullenmarkt!

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Chief Investment Officer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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