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Die armen reichen Steuerzahler

Montag, 10. April 2017 um 08:22

Von Thomas Grüner
Zahlreichen Berichten zufolge wird die Schere zwischen Arm und Reich immer größer. Nicht nur deshalb ist die kritische Beobachtung der Vermögensverhältnisse ein stets beliebtes Thema der Politik, da eine umfangreiche Wählergruppe erreicht wird. Gehaltsobergrenzen ziehen, Reichensteuer anheben, die soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund stellen – schließlich ist der Staat gefordert, das „Gleichgewicht“ zu wahren!

Ganz nüchtern betrachtet: Die eigentliche Umverteilung lief schon immer nicht von Arm zu Reich, sondern vom Bürger zum Staat! Den Löwenanteil trägt dabei die vermögende Bevölkerung. Wer mehr verdient, wird auch mehr zur Kasse gebeten. Diese Marschroute spiegelt sich in den Steuergesetzen wider. Freibeträge stellen für die „Kleinen“ eine prozentual höhere Entlastung dar, die Reichensteuer ist eine exklusive Mehrbelastung für Großverdiener. Progressive Einkommensbesteuerung, niedriger werdende Bemessungsgrenzen für den Spitzensteuersatz, Mehrfachbesteuerung von großen Vermögen. Vermögende zahlen – auch wenn das in der breiten Öffentlichkeit konträr diskutiert wird.

Unzählige und unsinnige Vorurteile

Die wirklich Reichen kümmert es doch gar nicht, was der Staat will! Sie verfügen über exklusiven Zugang zu hochlukrativen Anlagemöglichkeiten, nutzen Aktienmärkte als zusätzliches Instrument, um sich an Kleinverdienern zu bereichern. Wenn der Spielraum für eine maßlose Selbstbereicherung immer noch nicht ausreicht, verschiebt man sein Geld eben ins Ausland oder nutzt diverse Steuersparmodelle. Soweit die Theorie. Unfug!

In der Realität sieht es völlig anders aus. Wenn Sie geneigt sind, die oben genannten Thesen zu bejahen, sollten Sie einmal einen sehr vermögenden Bürger zu seinen Anlagen befragen. Er wird Ihnen seine Sorgen mitteilen, dass das Niedrigzinsumfeld ihn dazu zwingt, seine Anlagestrategie grundlegend zu ändern. Laufende Erträge aus Festgeldbeträgen oder Anleihen sind Vergangenheit! Er wird über die steuerlichen Veränderungen bei Aktienerträgen klagen. Keine Steuerfreiheit nach bestimmten Haltefristen mehr! Sogar die Steuerfreiheit der vor 2009 erworbenen Fondsanteile wird ab 2018 nicht mehr weitergeführt. Freibetrag bis 100.000 Euro? Das hilft wieder nur den „Kleinen“!

Tolle Produkte für Reiche?

Dann doch lieber in geschlossene Beteiligungen gehen, die „exklusive Anlage für vermögende Menschen“? Die „Erfolgsstory“ dieser Produkte können Sie in der Presse nachlesen. Rettungsanker Immobilien? Ganz klar: Die Immobilienbesitzer sind die Profiteure der enormen Preissteigerungen, aber versucht der Staat nicht auch hier, sich hier am Erfolg zu beteiligen? Höhere Grunderwerbsteuer, höhere Grundsteuer, Abschaffung diverser Steuervorteile – man sollte auch hier den Zugriff des Staates nicht unterschätzen.

Vermögende Privatanleger bemalen keine Schilder, werfen Steine auf Polizisten und gehen auf die Straße. Fernab von den wilden Diskussionen in den sozialen Medien, zahlen sie brav ihre – sehr hohen – Steuern!

Fazit: Reichenkritik ist populär und gleichermaßen blödsinnig. Wer die starken Schultern zu sehr vergrault, sägt an der wichtigsten Stütze für den deutschen Staat. Wenn die besten Steuerzahler abwandern und deutsche Vorzeigeunternehmen weiter in ausländische Hände gleiten, ist der heutige Wohlstand in der Tat gefährdet.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Chief Investment Officer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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