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Donnerstag, 28. Juli 2016 um 14:04

Von Thomas Grüner
Der bisherige Jahresverlauf hat für Anleger schon etliche Turbulenzen bereitgehalten. Auch im zweiten Halbjahr 2016 wird offensichtlich: Ruhige Zeiten gibt es nie. Durch die jüngsten Amok- und Terrorgeschehnisse in Ansbach, München und Nizza könnte man einmal mehr den Eindruck gewinnen, dass die Welt aus den Fugen geraten ist. Aber: Diese tragischen Zeiten und Phasen gab es immer und wird es leider immer wieder geben!

Langfristig orientierte Anleger sind gut beraten, sich nicht zu sehr in diese Diskussionen hineinzusteigern. Die Historie ist übersät von vielfältigen Problemen, die eine kurzfristig erhöhte Schwankungsbreite verursachen können: Krieg, Terror, politisches Chaos oder der Brexit als aktuellstes Beispiel für überraschende Negativereignisse. Nichtsdestotrotz verfügen Aktienmärkte über eine langfristig überlegene Rendite – inklusive aller Krisen, Bärenmärkte, nervenaufreibenden Seitwärtsbewegungen und konjunkturellen Schwächephasen.

Es gibt immer tausend vermeintlich gute Gründe, jetzt nicht in den Aktienmarkt zu investieren. Ist die zurückliegende Wertentwicklung nicht gerade berauschend, vermissen Anleger die „Überrenditen“, die eine unmittelbare Kompensation für das eingegangene „hohe Risiko“ darstellen. Ohne das nötige Sicherheitsgefühl – welches in der Regel erst mit höheren Kursen einhergeht – fallen Aktieninvestitionen oftmals schwer. Haben die Aktienmärkte eine Kursrallye hingelegt, wächst wiederum die Sorge, ob die Luft dünner geworden ist. Aktieninvestitionen werden aufgeschoben, bis das Einstiegsniveau wieder „günstiger“ geworden ist. Das Spiel beginnt von vorne. Letztendlich investiert man nie.

Das übergeordnete Bild

Anleger sollten sich viel mehr die übergeordnete Frage stellen: Welche langfristigen Anlageziele will ich erreichen, und welche Anlageklasse schafft die optimalen Rahmenbedingungen, dass diese Ziele mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erreicht werden können? Ein wichtiges Kriterium ist hierbei auch der Anlagehorizont: 10 Jahre, 20 Jahre oder sogar mehr? Gerade deutsche Anleger, die in vielerlei Hinsicht durch Lebensversicherungen, Pensionsansprüche und Mieteinnahmen „abgesichert“ sind, können über ihre liquiden Mittel frei verfügen – weitestgehend frei von Entnahmezwängen oder sonstigen Verpflichtungen. Die erhöhte Volatilität der Aktienmärkte im kurzfristigen Bild kann somit an Bedeutung verlieren. Optimale Grundvoraussetzungen für die Aktienanlage, einen wertvollen Beitrag zum langfristigen Vermögensaufbau zu leisten!

Was ist also in dieser „unsicheren“ Zeit bis zum Jahresende 2016 noch von den Märkten zu erwarten? Unter den oben genannten Gesichtspunkten verliert diese Frage an Bedeutung. Grundsätzlich ist entscheidend, welche Erwartungshaltung Anleger an ihre Investition haben. Sie haben den nötigen Anlagehorizont, freuen sich über laufende Erträge und stellen die Forderung an Ihre Geldanlage, dass der nachhaltige Vermögenszuwachs erreicht werden kann? Dann ist die Beantwortung der Frage „Wann ist der geeignete Einstiegszeitpunkt für eine Aktienanlage erreicht?“ relativ simpel: Immer! Ohne Aktien keine aktienmarktähnliche Rendite!

Fazit: Sie wissen heute nicht, wo die Aktienmärkte Ende 2016 exakt stehen werden. Auch nicht zum Jahresende 2017 oder zu einem beliebigen anderen Zeitpunkt. Für den nachhaltigen Anlageerfolg sind diese Stichproben auch nicht entscheidend. Was Sie aber wissen: Aktienmärkte belohnen vor allem geduldige Anleger, die es schaffen, das übergeordnete Bild im Auge zu behalten.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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