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Der Zins ist weg

Donnerstag, 14. Juli 2016 um 08:40

Von Thomas Grüner
Der Begriff der „finanziellen Repression“ wird im Zusammenhang mit dem aktuellen Niedrigzinsumfeld immer wieder genannt. Bereits im Jahr 2012 sorgte die Idee des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), vermögende Bürger mittels einer Zwangsanleihe im Rahmen eines geringen Zinssatzes von 2 Prozent stärker bei der Sanierung der Staatsverschuldung in die Pflicht zu nehmen, für einige Aufregung. Finanzminister Schäuble stufte diese Idee als „interessant“ für einige europäische Staaten ein und erntete dafür große Empörung.

Heute, rund vier Jahre später, ist die Installation einer Zwangsanleihe kein Thema mehr. Warum? Weil die Realität diesen „Zwangszins“ längst unterboten hat. Der Staat hat es gar nicht nötig, sich per Gesetz Zugriff auf das Vermögen der Anleger zu verschaffen – er kann sich im aktuellen Zinsumfeld zu rekordgünstigen Konditionen am Kapitalmarkt refinanzieren. Eine kürzlich aufgelegte zehnjährige Bundesanleihe mit einem Volumen von 5 Milliarden Euro trägt einen formalen Zinskupon von nunmehr 0,0 Prozent. Die EZB macht es möglich! Doch auch bei privaten und institutionellen Anlegern ist die Akzeptanz für deutsche Staatsanleihen immer noch sehr hoch, verkörpern sie doch in „unruhigen Zeiten“ die sichere Anlage schlechthin.

Jede Situation birgt Vorteile

Anleger ärgern sich maßlos über negativ verzinste Anleihen und Festgelder ohne Ertrag. Deshalb ist es in dieser historisch außergewöhnlichen Situation wichtig, rational zu denken und flexibel zu bleiben. Niemand ist per Gesetz dazu verpflichtet, in bestimmte Anlageklassen zu investieren. Wer Anleihen kauft, gewährt Unternehmen und Staaten günstige Kredite. Wer Festgelder hortet, vergibt Kredite an Banken. Wäre es in diesem extremen Zinsumfeld nicht besser, auf der anderen Seite zu stehen?

Durch die hohen Kreditzinsen war es in der Vergangenheit auch aus unternehmerischer Sicht sicherlich sinnvoll, verfügbare Mittel direkt für den Bau oder Erwerb einer Immobilie zu verwenden. Aber heute sind Anleger viel freier in ihrer Entscheidung, denn Kredite sind historisch günstig. Bauzinsen auf 20 Jahre bewegen sich im Bereich von 1,5 Prozent! 10 Jahre festgeschrieben unter 1 Prozent! Ein höherer Fremdfinanzierungsanteil schränkt durch die stark geminderte Zinsbelastung nicht mehr ein. Flexibilität entsteht: Anleger verfügen über die Möglichkeit, die bestehenden liquiden Mittel „unternehmerisch sinnvoll“ anzulegen und in langfristiges Produktivkapital zu investieren – beispielsweise ein breit diversifiziertes Aktienportfolio!

Dividendenrendite schlägt Kreditzinsbelastung

Per heute gilt: Dividendenrendite schlägt Kreditzinsbelastung! In 20 Jahren könnte diese Überkompensation noch wesentlich deutlicher ausfallen, wenn man darauf vertraut, dass global aufgestellte Unternehmen ihren Wert in 20 Jahren nachhaltig steigern können. Wer sich heute rekordgünstige Kreditzinsen auf viele Jahre hinweg festschreiben lässt, agiert gewissermaßen ohne Zeitdruck – der langfristige Zeitrahmen für das angelegte Produktivkapital ist geschaffen. Aktienmärkte können ihre langfristig überlegene Renditewirkung in aller Ruhe entfalten und die „Hürden“, die durch laufende Erträge überwunden werden müssen, sind niedrig.

Fazit: Das aktuelle Niedrigzinsumfeld wird sehr kritisch betrachtet. Dabei verschafft es langfristig orientierten Anlegern zusätzlichen Spielraum! Profitieren Sie von rekordgünstigen Krediten, statt sie selbst an Staaten und Banken zu vergeben.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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