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Was für ein komisches Land

Freitag, 13. November 2015 um 22:33

Von Bernd Niquet

Manchmal denke ich, dass deutsch zu sein heute nicht nur bedeutet, eine Sache um ihrer selbst willen zu übertreiben, sondern sie zudem in jedem Fall und ganz bewusst anders zu tun als alle anderen Menschen auf dieser Welt.

Das einzig Normale in unserem Land, wenn man die Krisen betrachtet, scheint mir derzeit die Volkswagenkrise zu sein. Hier wurde, wie bei anderen Nationen, mit großem Eifer angekündigt, alles aufzuarbeiten und völlige Transparenz zu schaffen, doch auch knapp zwei Monate nach Bekanntwerden des Falles weiß man immer noch nicht viel mehr. Volkswagen, das Kraftfahrt-Bundesamt, die Bundesregierung und alle anderen Beteiligten mauern.

Warum? Weil zu viele Beteiligte in dieser Affäre Fehler gemacht haben. Weil niemand von ihnen ein Interesse an einer vollständigen Aufklärung hat, da sie dabei nur verlieren können.

Das ist schlecht, doch ich freue mich sehr darüber. Denn das zeigt: Deutschland ist zumindest in dieser Hinsicht immer noch ein Teil der Welt.

Ganz anders sieht das in der Flüchtlingskrise aus. Hier konnte uns bis zur Mitte der Woche nur noch Schweden hinsichtlich der Wohltaten folgen, bis schließlich auch sie wegen Überlastung an ihren Grenzen wieder Kontrollen einführen mussten. Freien unkontrollierten Zugang gibt es jetzt nur noch bei uns.

Völlig einsam sind wir hingegen von Beginn an in der Sommermärchen-Krise. Hier soll die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 für ein paar lächerliche Millionen gekauft worden sein. Doch anstatt sich zu freuen, so ein Mega-Event für so einen Schnäppchenpreis bekommen zu haben, fangen wir an, uns in bewährter Manier selbst zu zerfleischen.

Russland und vor allem Katar haben für die Austragungsrechte der nächsten WMs sicherlich ein Vielfaches gezahlt. Und ich bin sicher, sie werden sich köstlich über die dummen Deutschen und ihren Aufklärungstrieb amüsieren. Sie selbst können ja sicher sein, dass ihnen so etwas nie passieren wird.

Putin wird hoch verehrt in Russland für die Olympischen Spiele in Sotschi und für die Fußball-WM und den Scheichs in Katar lässt man sogar erhebliche Menschenrechtsverletzungen durchgehen, mit denen sie ihre Bestechungsgelder wieder einzuspielen suchen.

Doch in Deutschland wird jetzt auch eine Lichtgestalt wie Franz Beckenbauer, die es nahezu im Alleingang geschafft hat, uns diese WM zu besorgen, wegen diverser Zusagen bezüglich von Freundschaftsspielen, Trainerunterstützung und Tickets öffentlich angepinkelt. Wegen so einer läppischen Sache.

„Spiegel Online“ erdreistet sich sogar, über die Lichtgestalt des deutschen Fußballs zu schreiben: „Licht weg. Nur noch Gestalt.“ Und der DFB, dem die WM so großen Gewinn beschert hat, ermittelt jetzt exakt gegen den, der ihm dieses Geschenk beschert hat.

Das alles würde in jedem anderen Land auf der Welt komplett anders laufen, da bin ich sicher.

Wir Deutschen sind jedoch anders. Und das macht durchaus Angst. Wir Deutschen scheinen ein Gen zu besitzen, dass ständig bewirkt, dass wir entweder die anderen um uns herum oder eben uns selbst vernichten wollen.

Dieses Vernichtungs-Gen in Verbindung mit unserer Pflichtethik und unserem Fleiß stellt eine äußerst gefährliche evolutorische Mutation dar. Wahrscheinlich ist es daher gar nicht so erstrebenswert, unbedingt ein Arier sein zu wollen.

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

 

****************** ACHTUNG! Neues Buch: **********************

Bernd Niquet, „Die bewusst herbeigeführte Naivität“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2014, 265 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-95744-306-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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