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Schon wieder die Welt retten?

Freitag, 4. September 2015 um 22:31

Von Bernd Niquet

Irgendwie erinnert mich das Flüchtlingsthema an die Geschichte mit dem Fuchs und den Trauben in umgedrehter Form: Bei uns nimmt die Bevölkerung ab, doch anstatt uns um tragfähige Zukunftslösungen zu bemühen, reden wir uns das schön, was jetzt ist. Wir handeln derzeit so, als würde Bayern München seine Neuzugänge aufgrund von Panini-Sammelbildertüten zusammenstellen und trotzdem in der nächsten Saison die Champions League gewinnen wollen.

Natürlich ist jetzt Hilfe gefragt – und es ist toll, was unser Land trotz vieler bürokratischer Hemmnisse leistet. Doch ein bisschen mehr Ehrlichkeit täte der Lage gut. Asyl bedeutet, einen temporären Zufluchtsort als Schutz vor Gefahr und Verfolgung zu gewähren. Es gibt keinen Zweifel, dass unsere Menschlichkeit es erfordert, das jetzt zu leisten.

Doch können und wollen wir unsere Zukunft auf Menschen bauen, die über einen völlig anderen kulturellen Hintergrund verfügen als wir – und nicht nur das? Ich denke, das ist eine gesellschaftliche Frage, die auch von der Gesellschaft entschieden werden muss. Das ganze Herumgerede der Politiker können diese sich sparen. Sie sollten lieber selbst mit anpacken.

Auf einer Tour durch Brandenburg in der vergangenen Woche ist mir meine eigene Position ziemlich deutlich geworden: In einem mittelgroßen Ort sehe ich plötzlich eine große Menge dunkelhäutiger Menschen die Straße überqueren. Eigentlich wollte ich mein Fahrrad nebst Rucksack vor dem Tankstellengebäude stehen lassen, zögere jetzt aber. Ich merke, wie sich plötzlich archaische Instinkte in mir äußern: So viele Fremde, da bin ich lieber vorsichtig, wer weiß.

In der Evolution war das ein Überlebensprinzip. Wer Fremde bereitwillig und unkritisch eingeladen hat, hat historisch nicht überlebt. Das ist ein wissenschaftlicher Fakt. Ist die Situation heute jedoch grundlegend anders?

Bei den Grünen denke ich immer, sie wollen uns als späte Vergeltung für die Naziherrschaft gleichsam eine Ausländerquote vorschreiben. Und bei der Regierung halte ich es für weltfremd, alle Versuche anderer Länder, sich vor einem unkontrollierten Zustrom zu schützen, anzuprangern.

Als ich aus der Tankstelle herauskomme, sehe ich, wie die Fremden sich in einer langen Reihe vor dem Penny-Markt angestellt haben. Warum das? Anscheinend werden sie nur einzeln hereingelassen. Ist das Pennys Überlebensprinzip?

Für mich ist diese Begegnung ein Musterfall: Ich schätze, dort stehen etwa zwanzig Flüchtlinge in der Reihe, und der Ort hat 2.000 Einwohner, wie ich anschließend herausfinde. Das ist genau die Ein-Prozent-Quote wie im ganzen Land bei 800.000 Flüchtlingen auf 80 Millionen.

Plötzlich verstehe ich, wo das Problem liegt. Würde man die Flüchtlinge dezentral unterbringen, gäbe es sicherlich kaum Probleme. Und das muss auch machbar sein, schließlich verfügen wir über Wohnungsleerstände in Millionenhöhe. Das Problem ist die Masse. Da fühlen sich viele nicht wohl. Und ich gehöre dazu.

Vorher bin ich an einer Badestelle auf eine Reisegruppe aus Freital in Sachsen getroffen: So viele hässliche und grotesk übergewichtige Menschen habe ich noch niemals auf einem Fleck gesehen. Was für ein treffliches Geschäft wäre es da, überlege ich mir, diese Modelldeutschen loszuwerden, die mit ihren Folgekosten von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes unser Gesundheitssystem einmal ruinieren werden, und dafür die ranken, schlanken Syrer und Afrikaner zu nehmen.

Als ich dann auf dem Rückweg in den Wäldern lauter Hähnchen-KZs sehe, ohne Firmenschilder, die von riesigen LKWs mit Tarnaufschrift angefahren werden, denke ich: Wahrscheinlich ist es sowieso scheißegal, was wir machen, ob wir nun ein paar mehr oder weniger Kriegsflüchtlinge retten oder ein paar Milliarden Hähnchen mehr oder weniger vergasen.

Unser tolles Volk macht genau ein Prozent der Weltbevölkerung aus. Da werden wir die Welt nicht retten, ob wir wollen oder nicht.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

****************** ACHTUNG! Neues Buch: **********************

Bernd Niquet, „Die bewusst herbeigeführte Naivität“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2014, 265 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-95744-306-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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