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Youtube ist die Lösung

Freitag, 28. August 2015 um 22:38

Von Bernd Niquet

Unsere Gesellschaft und ihr innerer Frieden werden von außen und von innen bedroht. Doch wie wird uns das vermittelt? Für die jungen Leute von heute spielen die klassischen Medien wie beispielsweise das Fernsehen keine Rolle mehr.

Schon vor einiger Zeit habe ich mir daher ein paar Videos auf Youtube angeschaut, wie dort unsere Gegenwartsthemen behandelt werden. Das hat mich mächtig abgeschreckt. Ich konnte damit überhaupt nichts anfangen und dachte: Was soll nur aus denen werden, die mit solchen „Informationen“ groß werden?

Im einem Zeitungsaufsatz eines Dokumentarfilmers sind mir allerdings kürzlich ein paar bemerkenswerte Sätze aufgefallen. Dieser Mann hatte Abonnenten von Youtube-Diensten nach der Faszination der Berichte dort gefragt und dabei immer wieder dieselben Sätze gehört, die da lauten: „Die Youtuber lassen mich in ihr Leben gucken“ und „Sie sind wie wir!“.

Diese Sätze lassen mich insofern aufhorchen, weil das genau meiner Position zur Literatur entspricht, bei der ich der Meinung bin, dass Bücher niemals objektiv beurteilt werden können, sondern immer nur danach, ob ich persönlich an sie ankoppeln kann oder nicht.

Und hier scheint es also genauso zu sein: Besser etwas auf einer Wellenlänge mitbekommen, die ich auch empfangen kann, als gänzlich Unverständliches an sich vorbeirauschen zu lassen. Und seien wir doch mal ehrlich: Haben wir uns denn selbst, als wir noch Jugendliche waren, für Politik interessiert und deshalb seriöse, nüchterne Politikdarstellungen konsumiert?

An Youtube muss ich dann auch denken, als ich am Sonntag das ZDF-Sommerinterview des ZDF-Journalisten Thomas Walde mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer sehe. Da denke ich: Was ist das nur für eine Form von Journalismus? Da kann ja selbst von uns Alten überhaupt niemand ankoppeln.

Thomas Walde wirkt auf mich nicht wie ein Mensch, sondern eher wie Frankenstein. Ich weiß, dass dieser Mann mir niemals etwas vermitteln könnte. Wenn das kritischer Journalismus in einem freien Land ist, sich ein paar Versatzstücke aus Reden von jemanden herauszusuchen und ihn damit zu piesacken, möchte ich lieber nicht in so einem Land leben.

Diese Art von Journalismus empfinde ich als abstoßend und bin mir sicher, dass die Sehbeteiligung der unter 25-Jährigen bei dieser Sendung unter einem Prozent lag. Wenn das so weitergeht mit diesen volltrotteligen Interviews, werde ich sicherlich ebenfalls bald zu Youtube wechseln. Und wenn ich nicht diese Kolumne hätte schreiben wollen, hätte ich auch bereits nach der ersten Frage abgeschaltet.

Vielleicht ist das aber auch nur ein genialer Schachzug, durch die völlige menschliche Inkompetenz der Journalisten die Politiker in einem vergleichsweise strahlenden Licht erblühen zu lassen. Selten jedenfalls ist mir Horst Seehofer sympathischer erschienen als an diesem Tag.

Und ich freue mich schon jetzt bereits riesig: Nur noch drei Wochen, dann wird endlich wieder zünftig ozapft! Da bekommt der Seehofer Horst dann verdientermaßen die erste Maß – und das überträgt nicht das ZDF, sondern der BR. Darauf werde ich meine eigene Maß trinken!

Aber nur, wenn mir Youtube die Zeit dazu lässt.

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

****************** ACHTUNG! Neues Buch: **********************

Bernd Niquet, „Die bewusst herbeigeführte Naivität“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2014, 265 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-95744-306-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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