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Macht der Masse

Freitag, 24. Juli 2015 um 22:27

Von Bernd Niquet

Es ist ein wunderbares Gefühl, den ganzen Griechenland-Mist einmal beiseite zu lassen und durch die Natur zu radeln. Neulich hatte ich sogar ein ganz besonderes Erlebnis, das einen fast magischen Charakter besaß und mich nachhaltig beeindruckt hat:

Ich war schon beinahe am Ende meiner Tour und wieder am Auto angelangt, als der Wald in ein Kornfeld mit lauter Mohnblumen mündete, aus dem heraus urplötzlich ein Reh sprang, über den Weg flog und auf der anderen Seite im Wald verschwand.

Es wirkte tatsächlich so, als würde das Reh fliegen. Ein kleines und sicherlich leichtes Tier, doch mit welcher Grazie und Leichtigkeit es durch die Luft segelte und zwischendurch jeweils nur kurz Bodenkontakt hatte, hat mich bezaubert.

In diesem Moment begriff ich endgültig, wie weit die Tiere dem Menschen überlegen sind.

Was sind wir Menschen für armselige Kreaturen dagegen. Wir können ja nicht einmal ohne Kleidung oder Haus überleben, sind derb und brutal. Natürlich gibt es das bei Tieren auch, doch das hat keinen schädigenden Einfluss auf das allgemeine Gleichgewicht. Und sind Tiere nun unglücklicher als Menschen? Zum Glück (für uns Menschen) ist diese Frage unbeantwortbar.

Eine Welt, in der Tiere herrschen, wäre durch große Stabilität gekennzeichnet. In ihr gäbe es weder Weltkriege noch weltweite Krisen. Eigentlich ist das beschämend (für uns Menschen).

Das ist freilich alles keineswegs neu. Jeder weiß, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören. Doch warum ändert sich nichts, wo doch jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat?

Ich habe lange darüber nachgedacht und denke, mittlerweile eine Antwort gefunden zu haben: Weil das, was uns jetzt die Probleme bringt, also die Verwerfungen innerhalb unserer natürlichen und menschengemachten Umwelt, nicht von einem Moment auf den anderen entstanden ist, sondern sich über Jahrhunderte ergeben hat.

Jedes einzelne Problem, vom Abholzen der Bäume bis zur Dominanz des Geldes, hat sich über Jahrhunderte Schritt für Schritt ergeben und kann daher keinesfalls in deutlich geringerer Zeit gestoppt oder zurückgedreht werden. Schließlich hängen an jedem einzelnen Schritt Millionen von Einzelinteressen und Einzelschicksalen.

Jeder Versuch der Veränderung in nur einem einzigen winzigen Bereich, so berechtigt er auch sein mag, ruft sofort einen so vehementen Widerstand ins Leben, dass kaum jemand die Kraft aufbringt, sich dagegen zu stemmen, gerade dann, wenn es um Armut, Hunger, Arbeitsplätze und das reine Überleben geht.

Wir befinden uns heute also in einer Situation, in der jeder weiß, was falsch läuft, aber auch jeder weiß, dass man nahezu nichts dagegen tun kann. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, doch das ist, als würde man versuchen, einen Öltanker mit einem Ruderboot zur Umkehr zu zwingen.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

****************** ACHTUNG! Neues Buch: **********************

Bernd Niquet, „Die bewusst herbeigeführte Naivität“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2014, 265 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-95744-306-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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