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Das kann nicht klappen

Freitag, 17. Juli 2015 um 22:27

Von Bernd Niquet

Ich schwöre, das hier wird meine letzte Kolumne zum aktuellen Griechenland-Thema. Ich muss jetzt selbst Abstand gewinnen und kann das alles auch nicht mehr hören. Wenn ich ohnehin als Steuerzahler für Griechenland meine statistischen 700 Euro abdrücken muss, will ich jetzt wenigstens meine Ruhe haben.

Als ich am vergangenen Montag von den Verhandlungsergebnissen der Nachtsitzung hörte, von dem Treuhandfonds und der Verpflichtung der Griechen, die ersten Dinge sofort durch das Parlament zu bringen, war ich zuerst durchaus angetan. Doch die Ernüchterung setzte recht bald ein. Und egal, was jetzt wird, es kann und wird sowieso nicht funktionieren, wie die EU sich das denkt.

Das alles ist reine Augenwischerei und passiert nur, um den EU-Politikern ein gutes Gewissen zu bescheren. Doch niemand sollte sich einbilden, der Grexit wäre billiger. Denn dadurch würde Griechenland bitter arm wie ein Land der Dritten Welt werden.

Ich denke, wenn man in etwa das Folgende vereinbart hätte oder noch vereinbaren würde, dann gäbe es eine wirkliche Chance auf Erfolg: Man müsste die Griechen zwingen, und zwar mit der Geldpistole auf der Brust, umgehend und sofort die Wirtschaft zu deregulieren und eine effiziente Verwaltung aufzubauen, um Steuern einzutreiben und Vertrags- und Planungssicherheit zu schaffen.

Soll man sich dazu doch die Auslandsgriechen aus der EU holen, ganz egal. Doch bevor dieses Gerüst nicht steht, ist alles andere zum Scheitern verurteilt.

Und bis dahin hätte ich als EU ein Kauf- und Investitionsprogramm aufgelegt und das Sparen zurückgefahren. Warum kaufen wir nicht als EU die gesamten griechischen Märkte leer und tätigen im großen Stile dort Direktinvestitionen? Das würde helfen.

Und wenn das dann läuft und die entsprechenden Strukturen geschaffen sind, kann man sich an die Budgetkonsolidierung machen. Das würde wahrscheinlich noch etwas mehr Geld kosten als ohnehin, doch dafür hätten wir dann nicht nur tatsächlich etwas in der Hand, sondern auch eine Chance auf Erfolg. Und was ist eigentlich mit den griechischen Öl- und Gasreserven? Warum reden darüber niemand?

Einer Wirtschaft jedoch, die in den vergangenen Jahren um 25 Prozent geschrumpft ist, jetzt erneut als Allererstes eine Mehrwertsteuererhöhung und Rentenkürzung zu verschreiben, ist ein derartig unvernünftiger Wahnsinn, dass ich mich frage, ob man in der EU noch alle Tassen im Schrank hat. Zum ersten Mal in meinem Leben muss ich konzedieren, dass anscheinend die Linke mehr von Wirtschaft versteht als alle anderen. Es ist ein Trauerspiel.

Und was jetzt kommt, wenn es denn kommt, ist sogar noch weit mehr als ein Trauerspiel: Denn die ganzen Hilfsgelder, die bereitgestellt werden, sind nicht nur bereits vor der Auszahlung verloren, sie führen sogar dazu, dass es den Griechen anschließend noch schlechter gehen wird.

Und das muss man erst einmal schaffen: Geld zu vernichten und damit auch noch Schaden anzurichten. Das ist eigentlich dümmer als die Polizei erlaubt.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

****************** ACHTUNG! Neues Buch: **********************

Bernd Niquet, „Die bewusst herbeigeführte Naivität“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2014, 265 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-95744-306-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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