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Verpassen Sie den Sommer nicht

Donnerstag, 4. Juni 2015 um 08:12

Von Thomas Grüner
Wer die wohlbekannte Börsenweisheit „Sell in May and go away“ in seiner Anlagestrategie berücksichtigt, dürfte folglich aktuell nicht mehr in den Aktienmärkten investiert sein. Je nach Definition dieser „Weisheit“ erstreckt sich die Sommerpause für Aktienanleger bis in den September oder in den Oktober hinein. Die vermeintlich lahmen Sommermonate ausklammern und zusätzlich einen attraktiven Zeitpunkt für den Wiedereinstieg erwischen? Kann sich diese Strategie im Sommer 2015 auszahlen?

Statistisch betrachtet ist eine derartige Strategie nicht von langfristigem Erfolg gekrönt. Der breit aufgestellte US-Aktienindex S&P 500 weist seit 1926 von November bis April einen durchschnittlichen Zuwachs von 7,4 Prozent auf, von Mai bis Oktober einen Zuwachs von 4,2 Prozent. Die Sommermonate haben im Durchschnitt also tatsächlich niedrigere Renditen, sind aber dennoch positiv! Wer systematisch auf eine positive Entwicklung von 4,2 Prozent in einem Zeitraum von sechs Monaten verzichtet, verbessert nicht gerade seine Chancen auf den langfristigen Anlageerfolg.

Risiken überwiegen Chancen

Auf Monatsbasis ist auch kein nachhaltiger Vorteil der „Sell in May“-Strategie erkennbar. Am aussagekräftigsten ist hier wiederum der S&P 500 Index – aufgrund seiner langen Historie: Die September-Rendite ist hier zwar im Durchschnitt negativ, die größte durchschnittliche Rendite ist allerdings im Monat Juli möglich. Anleger sollten sich deshalb von Diskussionen um „optimale“ Kauf- und Verkaufszeitpunkte nicht verwirren lassen. Kurzfristiges Timing fällt immer schwer! Am Ende zählt deshalb nur, ob die Chancen auf eine verbesserte Rendite oder das Risiko hoher Opportunitätskosten überwiegen. Die positive Gesamtrendite der Sommermonate spricht eindeutig dafür, dass saisonal motivierte Trading-Versuche mittel- und langfristig eher schädlich als nützlich sind.

Den Märkten ohne fundamentale Begründung fernzubleiben, ist nicht ratsam. Aktienmärkte orientieren sich nicht an Kalendern, sondern an fundamentalen Dingen. Sie bilden Erwartungen der Anleger an zukünftiges Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne ab. Worauf kommt es also im Sommer 2015 wirklich an?

Positive Rückkaufprogramme

Zahlreiche positive Faktoren finden weiterhin wenig Beachtung – so werden dem laufenden Bullenmarkt immer wieder neue Impulse verliehen. Die prekäre Situation in Griechenland – die zweifelsohne das Potential für eine zwischenzeitliche Korrektur an den Märkten hat – ist nur eine von vielen Sorgen, die für Anleger weiterhin im Vordergrund stehen. In diesem skeptischen Umfeld wird die Stärke der Unternehmen unterschätzt. Positives Überraschungspotential für die kommenden Monate und Jahre!

Namhafte US-Großkonzerne haben es im großen Stil vorgemacht, viele weitere werden in diesem Jahr noch folgen: Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück. Angesichts der rekordhohen Liquiditätsreserven eine logische Konsequenz – quasi eine Investition in hauseigenes Produktivkapital. Ein deutliches Zeichen finanzieller Stärke – auch die Aktionäre profitieren direkt: Eine Verknappung des Angebots wirkt sich positiv auf den Preis aus. Nur einer von vielen zukunftsorientierten, tatsächlich relevanten Faktoren, die über den Verbleib im Aktienmarkt entscheiden sollten.

Fazit: Aktienmärkte interessieren sich nicht für den Kalender! „Sell in May“ ist und bleibt ein Mythos. Anleger sollten sich bei strategischen Entscheidungen stets die Frage stellen: Sind positive Auswirkungen auf die langfristigen Anlageziele zu erwarten oder nicht? Richten Sie Ihr Augenmerk auf die wirklich entscheidenden, fundamentalen Zusammenhänge – der Kalender gehört nicht dazu!

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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