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Das sei früher auch schon so gewesen

Freitag, 17. April 2015 um 22:39

Von Bernd Niquet

Der heftigste Herbststurm kommt bei uns im März und anschließend herrschen im April bereits Sommertemperaturen. Anderswo treten Flutwellen gepaart mit großer Trockenheit auf – sage bitte niemand, das sei früher auch schon so gewesen. Doch das macht uns ja alles nichts, wir leben ja gar nicht mehr in der Natur. Wir leben in Großraumbüros, Shoppingmalls und Eventcentern, vor allem aber im Internet.

Manchmal könnte man tatsächlich auf die Idee kommen, die Klimaerwärmung wäre das Resultat von Machenschaften großer Konzerne, die an der Technologie zum Weiterleben verdienen. Genauso, wie das optimale Aktienportfolio aus Herstellern fettriefender und zuckerstarrer „Lebens“mittel sowie Pharmafirmen mit Spezialisierung auf Blutdrucksenker und Herztabletten besteht.

Komisch, dass es in diesen Bereichen noch keine Verschwörungstheorien gibt. Aber vielleicht ist das einfach zu offensichtlich.

Auch ansonsten, so wie die Welt heute aussieht, sage bitte niemand, das sei früher auch schon so gewesen. Heute trifft der allergrößte Reichtum direkt auf den völligen Verlust jeglichen Besitzes und jeder Würde auf der anderen Seite. Ganze Länder implodieren beinahe direkt vor unserer Haustür und das Einzige, was uns dazu einfällt, ist, wenigstens einige der Menschen aus ihren Nussschalen aus dem Meer zu fischen.

Und dann ist da die Tatsache, dass heute anscheinend jeder Verrückte, Bösartige oder sonstige Unwillige mit einem einfachen Koffer, einer E-Mail oder einem Telefonanruf nicht nur den Start ausgewählter Flugzeuge verhindern, sondern sogar ganze Flughäfen lahmlegen und Bahnhöfe zum Schließen bringen kann. Sage bitte niemand, das sei früher auch schon so gewesen.

Wir sind einerseits so mächtig wie nie zuvor, andererseits aber auch verwundbar durch die allersimpelsten Mittel.

Auch zieht heute anscheinend jeder Verrückte, Bösartige oder sonstige Unwillige gleich bis zum Bundesverfassungsgericht, um Beschlüsse des Parlaments außer Kraft setzen lassen. Was einmal als Krönung der Demokratie gefeiert wurde, führt heute jedoch letztlich nur dazu, dass niemand sich mehr auf irgendetwas verlassen kann sowie alle Gegner unserer Demokratie regelrecht eingeladen und ermuntert werden, ihr Werk zu vollenden.

Und sage bitte niemand, das sei früher auch schon so gewesen, wie unsere Wirtschaft heute funktioniert. Die Zinsen sind so niedrig wie noch nie in der Geschichte, die Aktienkurse dagegen auf Rekordniveau. Wer hat, dem wird weiter gegeben, wer nicht hat, hat Pech. Die Politik beklagt die Steuerungerechtigkeit, führt diese aber durch legale Steuertricks wie in Luxemburg und den Niederlanden selbst erst herbei.

Überall, wo man hinschaut, also nur ein riesiger Haufen Mist. Und dennoch ist gleichzeitig fast alles besser als jemals zuvor. Die bange Frage lautet nur: Wie lange noch?

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

****************** ACHTUNG! Neues Buch: **********************

Bernd Niquet, „Die bewusst herbeigeführte Naivität“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2014, 265 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-95744-306-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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