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Geschichte einer Gesellschaft, die fällt

Freitag, 6. Februar 2015 um 23:05

Von Bernd Niquet

Kürzlich habe ich noch einmal den phantastischen Film „Hass“ (La Haine) über die Situation der Jugendlichen aus den Pariser Vorstädten gesehen. Der Film ist von 1995, also zwanzig Jahre alt. Damals waren die heutigen Attentäter von Paris dreizehn bis fünfzehn.

In diesem Film geht es nicht um Religion, sondern um die Hoffnungslosigkeit der französischen Jugend mit Migrationshintergrund. Der Film beginnt mit den Worten: „Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock von ’nem Hochhaus fällt. Während er fällt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: ‚Bis hierher lief’s noch ganz gut, bis hierher lief’s noch ganz gut, bis hierher lief’s noch ganz gut...‘. Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung!“

Ich mochte dieses Gleichnis am Anfang nicht. Ich fand es fehl am Platze, übertrieben und gänzlich unpassend.

Am Ende des Filmes sehe ich es jedoch anders. Denn da stehen sich die Jugendlichen und Polizisten direkt mit gezogenen Waffen gegenüber – und bevor der große Knall kommt, heißt es: „Dies ist die Geschichte einer GESELLSCHAFT, die fällt. Während sie fällt, wiederholt sie, um sich zu beruhigen, immer wieder: ‚Bis hierher lief’s noch ganz gut, bis hierher lief’s noch ganz gut, bis hierher lief’s noch ganz gut...‘. Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung!“

Im Anschluss an den Film denke ich: Wer weiß, vielleicht hätte es ohne den Islam in Frankreich viel früher geknallt. Denn wenn man keine Chance hat, bleibt eigentlich nur noch die innere Emigration.

Und bei uns? Ich beobachte bei uns eine Asymmetrie, die mir Sorgen macht: Die Politik scheint durch die Bank weg nur ein einziges Thema zu kennen, von dem sie wirklich glaubt (oder das zumindest vorgibt), dass daran unser Schicksal hänge. Und das ist die Einwanderung. Wir sind ein Einwanderungsland und ohne Einwanderung bald mausetot.

Ich will gar nicht widersprechen. Ich sehe diese Probleme auch. Weswegen es mir auch so merkwürdig vorkommt, dass wir immer nur über Asylanten und Flüchtlinge reden, also über Leute, die UNS brauchen, niemals jedoch über diejenigen Einwanderer, die WIR brauchen.

Die Politik scheint zu glauben, sie müsse nur genug Einwanderung zulassen und dann seien unsere wichtigsten Probleme beseitigt. Dass unsere Schulen verrotten, scheißegal, dass andauernd der Unterricht ausfällt und unsere Kinder nicht genug lernen, scheißegal, Jugend- und Ausländerkriminalität, scheißegal, dass bei der Polizei immer mehr Stellen abgebaut werden, scheißegal, dass unsere Bundeswehr schlecht ausgerüstet ist, scheißegal, dass unsere Staatsschulden sicherlich niemals zurückgezahlt werden können, scheißegal. Hauptsache, wir haben Einwanderung.

Ja, wir sind eine Gesellschaft, die fällt. Während wir fallen, wiederholen wir, um uns zu beruhigen, immer wieder: ‚Bis hierher lief’s noch ganz gut.“ Wir kümmern uns nicht um das, was wirklich wichtig ist, wo Entscheidungen hart sind und wehtun, sondern wir lassen die Dinge laufen, agieren aufgrund von Moralvorstellungen und nicht mit dem Verstand.

Wie ein Neurotiker, der seine eigenen Wünsche nicht erkennt, weiß die Politik anscheinend überhaupt nicht, oder will es nicht wissen, was die Menschen wirklich umtreibt. Und wie ein Neurotiker handelt sie nicht dort, wo sie handeln müsste, sondern führt sämtliche Energie dorthin, wo sie keine Gefahr läuft, ihre Fehlhaltungen demnächst korrigieren zu müssen.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

****************** ACHTUNG! Neues Buch: **********************

Bernd Niquet, „Die bewusst herbeigeführte Naivität“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2014, 265 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-95744-306-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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