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Nicht mit zweierlei Maß messen

Donnerstag, 27. November 2014 um 08:53

Von Thomas Grüner
Im April 2001 lag der Goldpreis bei etwa 250 US-Dollar pro Feinunze. Eine Zahl, die aus heutiger Sicht utopisch niedrig erscheint. Zu gewaltig war die Aufwärtsbewegung, die sich über ein volles Jahrzehnt erstreckte und im Jahr 2011 bei 1.921 US-Dollar pro Feinunze gipfelte. Eine Fahnenstange im Kursverlauf! Wurde hinter dieser Bewegung damals eine Übertreibung vermutet? Keineswegs! Gold hatte zu dieser Zeit alles, was sich der sicherheitsorientierte Investor nur wünschen konnte: Ansehnliche Kursgewinne und das Prädikat „sicherer Hafen“, unberührt von den Kurskapriolen der sonstigen Finanzmärkte und den ausufernden Staatsverschuldungen.

Das Allzeithoch liegt mittlerweile mehr als drei Jahre zurück – und in der Zwischenzeit kam es bekanntlich ganz anders. Der jüngste Tiefpunkt im November 2014 bei 1.131 US-Dollar pro Feinunze markiert einen Kursverlust von mittlerweile mehr als 40 Prozent zum Hoch des Jahres 2011. Ein Bärenmarkt nach jeder Definition! Preislich und zeitlich! Noch schlimmer beim Silber: Runter von 50 auf 15 US-Dollar! Minus 70 Prozent! Doch wer bezeichnet diese Entwicklung der beiden Edelmetalle tatsächlich als Bärenmarkt? Kaum jemand. Genau hier liegt das Problem!

Bekanntes Muster

Bärenmärkte sind in jeglicher Hinsicht schmerzhaft für Anleger. Richtig empfindlich wird es allerdings dann, wenn die eigene These derart hartnäckig verfolgt wird, dass die Objektivität im gesamten Zyklus komplett auf der Strecke bleibt. Anleger vermuteten während des fahnenstangenartigen Aufstiegs eine „neue Realität“, setzten ihre Kursziele immer weiter nach oben und merkten gar nicht, dass es lediglich die typische und gefährliche Euphorie war, die in der Endphase des Aufschwungs den Goldpreis noch getragen hat. Alle anschließenden Abwärtsbewegungen, die eine schrittweise Annäherung an die Realität bedeuten, werden heute noch kategorisch als „Nachkaufchance“ interpretiert. Die objektive Bilanz am Ende fällt jedoch kurz und nüchtern aus: Ein Bärenmarkt!

Dieses übergeordnete Muster lässt durchaus historische Vergleiche zu, sei es die Ölpreisentwicklung in den 80er Jahren oder die Technologieblase im Jahr 2000. Ist der Kursrutsch bei Gold und Silber nun zu Ende? Schwierig zu sagen. Eine Erholungsbewegung ist jederzeit möglich, es wäre allerdings auch nicht das erste Mal in der Historie des Goldpreises, dass Anleger mehrere Jahrzehnte auf neue Rekordkurse warten müssen. Wichtig bleibt: Argumente rational abwägen!

Nächster Strohhalm

Gold-Anhänger hoffen auf die Volksabstimmung in der Schweiz. Die Initiative „Rettet unser Gold“ fordert, dass die Schweizer Nationalbank 20 Prozent ihrer Anlagen in Gold halten muss – und nie wieder Goldbestände verkaufen darf. Aktuelle Umfrageergebnisse sagen eine Ablehnung voraus. Unabhängig davon, wie diese Abstimmung verläuft und wie sich der Goldpreis in der nahen Zukunft entwickelt, ist die übergeordnete Frage eine andere: Ist Gold DER krisensichere Hafen, der Ihren Wohlstand auch in krisenreichen Zeiten sichert? Nein. „Sicherheit“ kann definiert werden durch langfristig überlegene Renditen, eine schwankungsarme Entwicklung oder durch laufende Erträge in vernünftiger Höhe. Gold erfüllt diese Anforderungen allesamt nicht!

Fazit: Wäre den Aktienmärkten in den vergangenen drei  Jahren dasselbe Schicksal wie dem Goldpreis widerfahren – das Urteil würde vernichtend ausfallen. Gefahr, Panik, raus aus den Märkten! Gold dagegen hat seinen Kredit bei den Anlegern noch lange nicht verspielt. Ein gutes Zeichen? Eher nein – da viele Goldanhänger Hartnäckigkeit über eine rationale Betrachtungsweise stellen.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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