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Schicksal hängt an Entscheidungen von Maschinen

Freitag, 21. November 2014 um 22:47

Von Bernd Niquet

Eine Frage beschäftigt mich schon lange und in der letzten Zeit immer mehr: Bildet der Markt eigentlich tatsächlich das ab, was die Menschen denken? Die ökonomische Theorie hegt daran keinen Zweifel, ich bin jedoch völlig anderer Meinung. Ich denke nicht, dass man aus Marktergebnissen auf die Einschätzungen der Menschen schließen kann, jedenfalls nicht in Börsen- und Vermögensmärkten.

Ich habe dieses Thema auch in meinem neuen Buch ventiliert. Sorry, wenn ich nerve und darauf noch einmal hinweise. Doch es ist wichtig. Nicht finanziell, aber in Hinsicht auf das Verhältnis zu meinem geduldigen und wunderbaren Verleger: Bernd Niquet, Die bewusst herbeigeführte Naivität, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2014, 265 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-95744-306-9. http://www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php?autor_id=1067

Mehr Text dazu: hier.

Wenn der Preis einer Ware steigt, zeigt das an, dass die Nachfrage im Verhältnis zur Angebotsmenge höher ist als vorher. Die Leute wollen also vergleichsweise mehr von diesem Produkt. Hier spiegelt das Marktergebnis die Einschätzungen korrekt wieder.

Doch was ist mit den aktuell extrem niedrigen Zinsen für Bundesanleihen? Können wir aus diesem Fakt schließen, dass die Menschen das Risiko einer Staatspleite, also eines Ausfalls ihrer Anlage in Staatsanleihen, so niedrig einschätzen wie nie zuvor? Hier sage ich ganz entschieden: Nein, das geht nicht!

Mein Argument ist Folgendes: Die Vermögens- und Finanzmärkte werden nicht von Menschen, sondern von mathematischen Modellen beherrscht, also von Maschinen. Und die Entscheidungsfindung bei Maschinen läuft grundsätzlich anders als diejenigen von Menschen. Aus diesem Grund heraus halte ich es auch für extrem problematisch, in welcher Weise wir nicht nur unser wirtschaftliches Schicksal an die Finanzmärkte gehängt haben.

Begründung: Das gängige Modell der Bewertung eines Vermögensgutes ist das Modell der diskontierten Zahlungseingänge, das Discounted-Cash-Flow-Modell. Hier werden die erwarteten Erträge der jeweiligen Jahre auf den heutigen Tag abdiskontiert. Das bedeutet: Das nächste Jahr ist das wichtigste. Was hingegen in zehn oder zwanzig Jahren ist, hat kaum Gewicht, weil es durch den Zins- und Zinseszinseffekt der Abdiskontierung kleingerechnet wird.

Menschen aus Fleisch und Blut fällen ihre Entscheidungen hingegen ganz anders. Sie denken nicht an den Anfang, sondern an das Ende. Sie überlegen: Geht die ganze Sache gut oder nicht? Und da behaupte ich, dass es hierzu eine sehr heterogene Stimmung im Lande gibt. Und das bedeutet: Die Entscheidungen der Menschen würden ein vollkommen anderes Marktergebnis zeigen als das Mathematik-Maschinen-Modell. Die Zinsen würden hierbei niemals so niedrig liegen.

Das sollte uns zu denken geben, finde ich. Und nicht nur in Hinsicht auf die Zinsen. Wird es aber nicht.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

****************** ACHTUNG! Neues Buch: **********************

Bernd Niquet, „Die bewusst herbeigeführte Naivität“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2014, 265 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-95744-306-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

 

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