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Warum die Sache schiefgeht

Freitag, 7. November 2014 um 23:01

Von Bernd Niquet

Es war dieser Satz über den Zustand unserer Welt, der mich in den Bann gezogen hatte: „Alle, die es wissen wollen, wissen sehr gut, was da auf uns zukommt.“ Denn ist das nicht genau die These, die ich in meinem neuen Buch „Die bewusst herbeigeführte Naivität“ selbst vertrete, dessen Erscheinen ich Ihnen hier feierlich mitteilen kann?

Meine in diesem Buch ausgebreitete Auffassung lautet: Unsere moderne Welt ist so komplex, dass kaum noch jemand in der Lage ist, sie zu begreifen. Ihre Grundlagen sind hingegen eigentlich für jeden sehr einfach zu verstehen – und damit die Frage, was richtig und was falsch ist.

Aus diesem Grund habe ich mir dann das Buch von Karen Duve „Warum die Sache schiefgeht – Wie Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen uns um unsere Zukunft bringen“ gekauft. Doch großer Gott, ich habe keineswegs erwartet, was da auf mich zukommt.

Es beginnt bereits auf der ersten Seite. Da will die Autorin mit der Gehirnforschung zeigen, wie wir Menschen uns schwertun, eine „noch nie dagewesene Katastrophe zu begreifen.“ Es passiert selten, dass ich bei einem Buch bereits beim dritten Satz wütend werde, doch hier ist das so.

Denn hier wird suggeriert, es gäbe ein richtiges und ein falsches Wissen. Frau Duve möchte also, dass wir alle einer Meinung sind und alle die richtige Weltsicht haben. Kommt einem das nicht gerade zum 25. Jubiläum des Mauerfalls merkwürdig vertraut vor?

Als Börsianer weiß ich gut genug, dass wir nur dann eine Zukunft haben, wenn unsere Meinungen über die Zukunft divergieren. Wären wir plötzlich alle einer Meinung, würde das System zusammenbrechen. Denn wenn plötzlich jeder verkaufen wollte, gäbe es keine Käufer mehr. Und ist das nicht in unserer Gesellschaft genauso?

Es geht hier also anscheinend um Diktatur. So wie der Marxismus-Leninismus in der DDR das wissenschaftlich fundierte Weltbild der Arbeiterklasse abgeben sollte, möchte Frau Duve uns heute die Ergebnisse der Klimaforschung als wissenschaftlich fundiertes wahres Abbild der realen Welt überstülpen.

Wer sich einmal mit Modelltheorie befasst hat, weiß, dass kein Forscher in der Lage ist, die Ausbreitung auch nur eines einzelnen Gases in der Atmosphäre vollständig zu beschreiben. Doch diese dumme Nuss von Autorin glaubt unbesehen, dass man die Klimaerwärmung der Erde bis zum Jahr 2100 numerisch bis auf die erste Nachkommastelle genau berechnen kann. Da bleibt mir fast die Luft weg.

Nach der Einleitung habe ich das Buch weggeworfen, weil ich mich nicht weiter ärgern möchte. Erreicht hat das Buch bei mir genau das Gegenteil dessen, was beabsichtigt war. Ich denke zwar weiterhin, dass wir unsere natürliche Umwelt systematisch zerstören, möchte aber trotzdem lieber von unfähigen Politikern und korrupten Wirtschaftsführern regiert werden als von so einer Fascho-Öko-Tussi. Lieber in Freiheit umkommen als in einer Diktatur weiterleben.

Wenn Sie dagegen ein eher undogmatisches und selbstkritisches Buch zu diesem Thema sowie über die Euro- und Ukrainekrise lesen wollen, schauen Sie hier: „Die bewusst herbeigeführte Naivität“.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

****************** ACHTUNG! Neues Buch: **********************

Bernd Niquet, „Die bewusst herbeigeführte Naivität“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2014, 265 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-95744-306-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

 

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