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Schlankwerden durch Krebs

Freitag, 17. Oktober 2014 um 22:36

Von Bernd Niquet

Eigentlich ist es eine ziemlich ärgerliche Geschichte, andererseits aber auch brennend interessant und vielleicht sogar ein Musterfall über unsere Gesellschaft, die einem wirklich die Augen öffnen kann.

Der Mieter in der Wohnung unter mir hat seit einiger Zeit (wieder) angefangen zu rauchen, um nicht weiter an Gewicht zuzulegen. Ich weiß das von der nikotinverseuchten Kreatur, die dort manchmal die Wohnung hütet und die nach eigenen Angaben auch nur deswegen raucht, um nicht weiter zuzunehmen.

Für einen Menschen, den ich eigentlich als intelligent einschätze, ist das eine bemerkenswerte Lösung. Also kein Almased, sondern Marlboro. Er raucht jetzt immer vor den Mahlzeiten. Eine interessante Therapie. Lieber Raucherkrebs als Gewichtszunahme. Lieber tot als hässlich. Um sechs Uhr muss ich jetzt immer spätestens mein Schlafzimmerfenster geschlossen haben, weil ansonsten der Rauch bei mir hineinzieht.

Eigentlich ist er ein angenehmer Untermieter, doch was mache ich, wenn er bald nicht mehr da ist? Wer kommt dann? Vor allem: Hätte ich Mitleid mit ihm, wenn er mit Krebs ins Krankenhaus muss? Ich habe lange über diese Frage nachgegrübelt und muss gestehen, dass mein Herz eher an dem Eichhörnchen draußen im Garten hängt, dessen Fell nicht wintertauglich aussieht. Sein Verlust würde mich weit trauriger stimmen.

Eigentlich will ich jedoch auf etwas ganz anderes hinaus. Denn verhalten wir uns als Gesellschaft nicht irgendwie ganz ähnlich wie dieser Mensch? Lösen wir unsere Probleme nicht durchaus auf die gleiche Weise?

Alles soll Spaß machen und Lust bringen, aber keine Mühen bereiten. Und Lasten verschieben wir lieber in die Zukunft, als sie heute zu schultern. Die Steuern erhöhen? Nein, da machen wir doch lieber weitere Schulden. Und Krankheiten ausheilen? Ach, es wird schon gehen mit den Tabletten.

Und ehe man die Mühe auf sich nimmt, sich joggend durch den Wald zu quälen, oder den Frust erträgt, weniger zu essen, nimmt man lieber ein Pulver. Oder man steckt sich eben eine Kippe an.

Was an dieser Geschichte allerdings vollkommen paradox ist, ist, dass die Bundesrepublik Deutschland, die sich als erstes Land daran macht, eine nachhaltige Strategie zu verfolgen und seine Staatsdefizite nicht weiter anwachsen lässt, dafür öffentlich an den Pranger gestellt wird.

Heute brechen ja sogar die Börsen ein, weil die Bundesrepublik Deutschland eine Staatspleite vermeiden will. Das klingt verrückt, ist aber die Wahrheit. Also lieber Krebs und lieber sterben, als abzunehmen. Weil das Abnehmen ja heute geschehen müßte, das Sterben aber erst später stattfindet.

Das ist in etwa das Gleiche, als wenn derjenige, der sich gerade seine Abnehmzigarette ansteckt, mit der anderen Hand eine Pistole zückt und sie dem Jogger, der im selben Moment aus dem Wald nach Hause kommt, an die Schläfe hält. Ich hoffe nur, der da unten macht nicht auch das noch mit mir.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

******************* Und vergessen Sie nie: ********************
**** Die wirkliche Wirklichkeit liegt stets Jenseits des Geldes! ****

Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Dritter Teil", Leipzig 2013, 607 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-95488-235-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

 

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