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Beim Schlachter

Freitag, 10. Oktober 2014 um 23:35

Von Bernd Niquet

Was sind eigentlich die Unterschiede zwischen Schlachtvieh und Tieren, die in freier Wildbahn leben? Schlachtvieh muss sich um nichts Sorgen machen, bekommt immer genug zu essen, und wenn es krank ist, Medikamente im Überfluss. Dafür hat es ein bisschen wenig Bewegung und wird ziemlich schnell ziemlich fett.

Merken Sie etwas? Genau!

Richtig klar geworden ist mir das in dieser Woche, als ich zuerst in dem neu eröffneten riesigen Supermarkt und anschließend beim Orthopäden gewesen bin. Eigentlich habe ich mir geschworen, niemals mehr zu einem Orthopäden zu gehen, denn diese Schlachter helfen doch sowieso nicht weiter.

Wobei Schlachter vielleicht doch keine gute Bezeichnung ist. Metzger wäre besser. Oder Handwerker. Fakt ist jedenfalls, dass diese Fleischhauer von Gesundheit keine Ahnung haben. Dass Gesundheit etwas Persönliches und Subjektives ist, dass es hierbei auf etwas anderes ankommt als das Fleisch in der richtigen Reihenfolge zu schichten, ist diesen Leuten völlig fremd.

Orthopäden-Praxen gleichen Schlachthäusern. Um der riesigen Menge Herr zu werden, müssen hier wie dort die Massen erst einmal separiert werden. Dafür hat man verschiedene kleine Wartezimmer und diverse Behandlungszimmer gebaut. Und dann heißt es: „Machen Sie bitte die Stelle, die schmerzt, bereits frei. Der Doktor kommt gleich.“

Und das stimmt auch fast. Denn nur eine halbe Stunde später kommt der Arzt dann tatsächlich wie im Schweinsgalopp durch das Behandlungszimmer gefegt, dreht und biegt an einem herum, stellt seine Diagnose, verschreibt Gymnastik aus dem eigenen Haus und ist dann auch schwupps sofort wieder weiter. Es ist ein völliger Irrsinn.

Und trotzdem beneidet uns die ganze Welt um unsere medizinische Versorgung. Wer genug Geld hat und in Südeuropa, im Nahen Osten oder gar in Afrika wohnt, sehnt sich nach nichts mehr als nach deutschen Ärzten. Es ist schon eine verrückte Welt, in der wir leben.

Trotz aller Maßnahmen, Menschen wie Dinge zu behandeln, gelingt es jedoch immer noch nicht, den Tod zu besiegen. In dieser Woche hat es beispielsweise gerade den Schriftsteller Siegfried Lenz erwischt. Doch wenn man tot ist, bleiben ja immer noch die Werke aus der Lebenszeit. Denkt man jedenfalls. Das Hauptwerk von Lenz ist der Roman „Deutschstunde“, im Jahr 1971 imposant von der ARD in einem Zweiteiler verfilmt. Ich erinnere mich noch gut daran und würde den Film jetzt zu gerne noch einmal sehen. Doch er ist heute genauso verschwunden wie Lenz selbst. Die ARD sendet ihn nicht mehr und eine DVD ist nicht zu kaufen. In ganz Deutschland existiert anscheinend nur ein einziges käufliches Exemplar, eine VHS-Cassette für 89,95 Euro.

Von amerikanischen Blockbustern gibt es hingegen für gut den halben Preis gleich eine komplette Serie mit 28 DVDs. Ob die Amerikaner vielleicht über bessere Ärzte verfügen als wir? Oder ob sie einfach das noch bessere Schlachtvieh sind?

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

******************* Und vergessen Sie nie: ********************
**** Die wirkliche Wirklichkeit liegt stets Jenseits des Geldes! ****

Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Dritter Teil", Leipzig 2013, 607 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-95488-235-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

 

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