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Vorwärts zu den Dinosauriern

Freitag, 5. September 2014 um 22:47

Von Bernd Niquet

Manchmal kann auch das Z der erste Buchstabe im Alphabet sein, je nachdem, in welcher Richtung man es betrachtet. Jetzt will also der Onlinehändler Zalando an die Börse gehen – und ich fühle mich, als würde die Zeit rückwärts laufen. Vielleicht dauert es nicht mehr lange und wir öffnen erneut die Tür zum Neuen Markt, dieses Mal allerdings von der rückwärtigen Seite aus.

Mehr als 500 Millionen Euro will das Unternehmen an der Börse einsammeln und würde dabei auf einen Gesamtunternehmenswert von 5 bis 6 Milliarden Euro kommen. Eine bemerkenswerte Zahl für eine Gesellschaft, die zwar eine Milliarde Umsatz im Jahr erzielt, bis vor kurzem dabei aber nur Verluste eingefahren hat.

Erst im vergangenen Jahr wurde ein schmaler Gewinn von 100.000 Euro erwirtschaftet, was bedeutet, dass die anvisierte Börsenkapitalisierung des Unternehmens das Fünffache des Umsatzes und das bis zum 60.000-fache des Jahresgewinns ausmachen würde.

Ein KGV von 60.000, wann hat es das zum letzten Mal gegeben? Ich weiß es nicht, aber ich vermute, dieser Wert stellt ein neues Alltime-High dar. Oder doch nicht? Denn viele Gesellschaften sind ja ohne jeden Gewinn an die Börse gegangen und haben dabei trotzdem Traumkapitalisierungen erreicht. Allerdings nur äußerst kurzzeitig.

Ich schaue noch einmal in mein Buch „100 Prozent Gewinn“ hinein und finde dabei, wie ich mich im Frühjahr des Jahres 2000 über das KGV der Aktie von Softbank in Höhe von 1.900 lustig gemacht habe. Damals habe ich geschrieben, dass somit ja fast die gesamte Zeitspanne seit Christi Geburt abgedeckt werde. Was ist das jedoch gegen 60.000? Die reichen ja fast bis in die Zeit der Dinosaurier zurück.

Anderseits war die Aktien von Softbank aber auch mein bestes Engagement aller Zeiten mit bis zu 2.000 Prozent Gewinn. Allerdings vorher! Ich habe sie nämlich genau zu dieser Zeit verkauft als das KGV dermaßen hoch gestiegen war. Heute fehlt mir die geringste Ahnung, wie die Zalando-Geschichte einmal ausgeht und ob sie überhaupt beginnen wird. Und ich muss zugeben, dass mich das auch überhaupt nicht interessiert.

Viel mehr Begeisterung erweckt in mir dagegen, dass anscheinend an der Börse nicht nur die Zeit manchmal rückwärts läuft, sondern dass man Börsensprüche auch rückwärts aufsagen kann.

An dem Tag, als der Zalando-Börsengang zum Thema wurde, hat die Moderatorin von „Börse vor acht“ zum Abschluss gesagt: „Die Börsianer hoffen, dass die Erwartungen nicht enttäuscht werden.“

Doch rückwärts gedacht ist das eigentlich viel entlarvender: „Die Börsianer erwarten, dass die Hoffnungen nicht enttäuscht werden!“

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

******************* Und vergessen Sie nie: ********************
**** Die wirkliche Wirklichkeit liegt stets Jenseits des Geldes! ****

Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Dritter Teil", Leipzig 2013, 607 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-95488-235-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

 

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