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Blühende Landschaften

Freitag, 22. August 2014 um 22:45

Von Bernd Niquet

Gerade komme ich vom Radfahren aus der Oberlausitz zurück, dem östlichsten Zipfel Deutschlands, wo unser Land an Polen und Tschechien grenzt. Hier kommt man mit dem Rad überall über die Grenze und es ist schon erstaunlich, was man dabei alles lernt und mitbekommt. (Und wie man schwitzt, denn das Zittauer Gebirge ist wirklich nicht ohne.)

Ich habe auf deutscher Seite nacheinander in zwei wunderbar renovierten Schlössern gewohnt, zu Preisen, die im Westen undenkbar wären. Die Straßen sind beinahe allesamt hervorragend, obwohl immer noch (oder schon wieder?) an vielen Stellen gebaut wird, doch das ist als Radfahrer wunderbar, denn so bleiben einem die Autos total vom Leib.

Der Grenzübertritt ist dann jedoch wie ein Schock. Es ist wie ein Sprung um fünfzig Jahre zurück. Und das mitten in Mitteleuropa. Polen und Tschechien sind beide in der EU, trotzdem solche gewaltigen Unterschiede. Ich stehe auf dem Marktplatz von Šluknov (Schluckenau) und denke: Das könnte auch in Russland sein.

Vorher, an der Grenze, hatte ich bereits Mittag gegessen, denn das tschechische Bier schmeckt mir so viel besser, dass das für mich allein schon ein Reisegrund ist. Doch auch die Küche ist hervorragend. Und was bezahle ich zum Schluss? Für zwei große Pilsner Urquell vom Fass und ein Gulasch mit böhmischen Knödeln 5,70 Euro.

Das ist wunderbar, aber auch zwiespältig. Denn von diesem ersten Tag an bin ich fast immer auch am Abend hier, das Bier treibt mich dorthin. Und ich sehe, wie die Leute aus der Umgebung in Deutschland (soll ich jetzt sagen „aus dem Westen“?) es sich hier gutgehen lassen. Die Tschechen arbeiten hart dafür, doch sie geben ihre Waren für kleines Geld weg.

Das ist irgendwie ungerecht. Hierzulande ist alles so proper und wohlhabend, gibt es so viele dicke Autos. Doch da drüben sieht es ganz anders aus. Ist das nicht alles unverdient, hier wie dort? Doch wenn unsere Leute ihr Geld dort nicht hintragen würden, würde es drüben noch schlechter gehen. Und ich habe einen tschechischen Ort gesehen, an dem es keinen Grenzübergang gab. Oh weh.

Heute finde ich in der Zeitung einen Artikel, der Helmut Kohls These von den blühenden Landschaften in den neuen Bundesländern der Bundesrepublik aus der gegenwärtigen Sicht heraus betrachtet. Darin finden sich folgende Fakten: In den neuen Bundesländern ist die Arbeitslosigkeit weiter höher, die Arbeitsplatzsicherheit geringer und Einkommen, Rente sowie Wirtschaftsleistung niedriger als in der Alt-Bundesrepublik.

Das ist nicht zufriedenstellend, aber man denke an Tschechien!

Positiv dann allerdings: Ostdeutsche Arbeitnehmer gehören im Hinblick auf Qualifikation zur weltweiten Spitzengruppe, der Anteil des verarbeitenden Gewerbes liegt dort über EU-Schnitt, die Bildungs- und Kinderbetreuungsstandards liegen über denen im Westen und diese Bundesländer erwirtschaften Haushaltsüberschüsse und machen keine Schulden.

Und sie sind ein herrliches und preiswertes Reiseland.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

******************* Und vergessen Sie nie: ********************
**** Die wirkliche Wirklichkeit liegt stets Jenseits des Geldes! ****

Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Dritter Teil", Leipzig 2013, 607 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-95488-235-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

 

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