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Rekord, den keiner wahrhaben wollte

Donnerstag, 3. Juli 2014 um 08:14

Von Thomas Grüner
Dass der Dax bereits im Jahr 2014 die historische Marke von 10.000 Punkten durchbricht, kann man durchaus als positive Überraschung interpretieren – wenn man sich die Erwartungshaltung der Anleger in den vergangenen Jahren vor Augen hält. Als der Dax im März 2009 zwischenzeitlich unter 3.600 Punkte fiel, hatte sich die Mehrheit bereits damit abgefunden, dass die Weltwirtschaftskrise den Märkten irreparable Schäden zugefügt hatte. Irrtum!

Auch wer vor drei Jahren die Agenda „Dax 10.000“ ausgerufen hätte, der hätte nicht mehr als ein müdes Lächeln geerntet. Die Euro-Krise tritt im Jahr 2011 in den Vordergrund, der Dax unterschreitet die Marke von 5.000 Punkten. Nur drei Jahre später hat er sich verdoppelt. Zu weit, zu schnell? Wann kommt die Korrektur denn endlich?

Höhenangst und KGVs

Runden Marken wird von der Mehrheit der Anleger stets eine hohe Bedeutung beigemessen. 10.000 Punkte markieren sozusagen die aktuelle psychologische Obergrenze des deutschen Aktienmarkts. Für Anleger, die über einen Einstieg in den Aktienmarkt nachdenken, sind die 10.000 Punkte in gewisser Weise also ein „lästiger“ Rekord. Denn bei 8.000 Punkten steigt es sich jetzt „gefühlt“ deutlicher leichter ein! Ganz im Gegensatz zu den Jahren 2012 und 2013, in denen die Marke von 8.000 Punkte als virtueller Deckel für den Dax angenommen wurde. Die Höhenangst ist in Zeiten eines Bullenmarktes ein treuer Begleiter – und das „emotionale Hoch“ verschiebt sich lediglich mit dem jeweiligen Kursniveau.

Aktienmärkte geraten nie unter Zeitdruck, sind nicht an vergangene Wertentwicklungen gebunden, in der langfristigen Wertentwicklung den alternativen Anlageklassen deutlich überlegen und neigen stets dazu, die Mehrheit der Anleger zu überraschen. Ist doch bei 10.000 Punkten Schluss? Immerhin schafft es der Dax seit Wochen nicht, diese Marke nachhaltig zu bestätigen. Isoliert betrachtet sind auch die vermeintlich „zu hohen KGVs“ von geringer Aussagekraft. Die KGV-Expansion im laufenden Bullenmarkt verläuft völlig im Rahmen, der Abstand zu den „Höchstständen“ vergangener Jahre ist noch groß. Zudem zählt nicht das Niveau, sondern eher die Relationen!

Dax bei 25.000

Im Jahr 2000 erreichten deutsche Aktien mit rund 30 ein KGV, welches ungefähr dem doppelten KGV-Niveau des Anleihemarkts (6,5 Prozent bedeutete ein KGV von etwa 15) entsprach. Nähert man das aktuelle KGV des Dax mit 15 an, zehnjährige Bundesanleihen dagegen mit KGV 75 (Rendite bei 1,33 Prozent – 100 geteilt durch 1,33), so müsste sich der Dax verzehnfachen (!), um diese Relation wiederherzustellen – wenn man das Anleiheniveau im aktuellen Zinsumfeld als konstant annimmt. Im Klartext heißt das: Der Dax steigt auf 100.000 Punkte! Aus heutiger Sicht eine verrückte Vorstellung. Entschärfen wir deshalb diese Situation und halbieren das Niveau zweimal. Dax bei 25.000 auf Sicht der nächsten Jahre! Damit wird sogar vielfältigen widrigen Umständen Rechnung getragen, welche die zukünftige Marktentwicklung unvorhersehbar beeinflussen – und dennoch ein neues emotionales Hoch geschaffen.

Fazit: Als der Dax im Jahr 1987 auf 1.000 Punkte gesetzt wurde, stellte sich niemand die Frage, bis wann er sich verzehnfachen kann. Es dauerte weniger als 30 Jahre! Und was ist heute in 30 Jahren? Egal welche Marke Sie für Ihr langfristiges Kursziel anpeilen – setzen Sie diese „emotionale Obergrenze“ in ausreichender Höhe an! Auch 10.000 Punkte werden irgendwann „billig“ sein. Wohl dem, der das heute schon erkennen kann.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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