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Eine ganz schwierige Sache

Samstag, 28. Juni 2014 um 09:09

Von Bernd Niquet

Es war ein ziemlicher Hammer, als ich am vergangenen Wochenende erfahren habe, dass nur zwei Straßen von meiner Wohnung entfernt einmal einer der größten Massenmörder der Welt gewohnt hat. Es war Reinhart Heydrich, der Mann, der den Holocaust maßgeblich organisiert hat. 1937 hat er sich das Haus gekauft, doch lange hat er dort nicht gewohnt, denn schon 1942, dem Jahr der Wannsee-Konferenz, ist er glücklicherweise einem Attentat zum Opfer gefallen.

Der Zeitpunkt, an dem mich diese Nachricht erreicht, kommt mir allerdings gänzlich ungelegen. Denn gerade habe ich mich, obwohl das ja eigentlich verboten ist, selbst in rassistische Gedanken verwoben erlebt. Sogar den Begriff des Herrenmenschen hatte ich im Kopf. Doch das hat zum Glück alles nur mit der Fußball-Weltmeisterschaft zu tun.

Vor dem Beginn der WM hatte ich getippt, dass Deutschland keinesfalls Weltmeister werden wird, und überhaupt kein Europäer in Brasilien den Titel holt, sondern eine Mannschaft aus Südamerika. Obwohl derzeit noch nichts entschieden ist, bin ich selbst überrascht von der Stärke der süd- und mittelamerikanischen Mannschaften.

Ich habe gesehen, wie Chile die Spanier und Costa Rica die Italiener vorgeführt haben, wie Uruguay die Italiener rausgeschmissen und wie souverän Mexiko und Kolumbien ihre Bahnen gezogen haben, und ich habe mich die ganze Zeit über gefragt, wie das sein kann. Natürlich sind diese Mannschaften besser an das Klima in Brasilien angepasst als die Europäer. Doch ob das tatsächlich den Unterschied ausmacht? Gerade die Deutschen haben ja in Mexiko im Jahr 1970 trotz der ungewohnten Höhe dort gleich zwei Jahrhundertspiele abgeliefert.

Sind die Südamerikaner uns also in irgendeiner Weise körperlich überlegen? So schlaff, wie wir Europäer dagegen körperlich wirken. Hat das etwas mit der Herkunft zu tun? Doch ich denke, ich kann Entwarnung geben.

Je länger ich über dieses Thema nachdenke, umso mehr sehe ich darin eher ein Gleichnis für die sonstigen Entwicklungen, die sich gegenwärtig auf der Welt ereignen. Denn überall ist es im Grunde genommen heute die gleiche Situation: Überall werden wir sattgefressenen Einwohner der großen Industriestaaten von Nobodys und Neulingen angegriffen, die viel leistungsfähiger sind als wir, weil sie noch hungrig sind.

Und überall reagieren wir auf dieselbe Art und Weise darauf: Wir setzen unsere Pfründe ein und halten uns die Emporkömmlinge mit unserem Vermögen und unseren Beziehungen fern. Wir lassen die Finanzmärkte die Welt regieren, weil die Emporkömmlinge hier nicht genug Chips besitzen.

Und was für die globalen Auseinandersetzungen gilt, gilt sicher auch für die Fußball-Weltmeisterschaft. Auch hier werden sich letztlich die Großen und Fetten durchsetzen. Beobachten Sie das mal genau: Wenn wirklich einmal ein strittiger Elfmeter gegeben wird, kommt der eigentlich immer den Großen zu Gute. Bisher waren das Brasilien, Argentinien und Deutschland.

Um zu erleben, dass auf diese Weise tatsächlich einmal ein Kleiner gegen einen Großen das gelenkte Schicksal auf seiner Seite hat, müssen wir wahrscheinlich auf so etwas wie einen neuen Heydrich warten.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

******************* Und vergessen Sie nie: ********************
**** Die wirkliche Wirklichkeit liegt stets Jenseits des Geldes! ****

Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Dritter Teil", Leipzig 2013, 607 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-95488-235-9.

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