23.03.2017 - 17:17 | Lesezeichen | Startseite | Newsletter | Suche | Kontakt | Seite drucken | Sitemap   
 
   

Wo Sie neue
Boom-Börsen finden?!

 

  Geheime Aktien-Gewinnstrategie?!

      Menü

    Home

      Wissen

      Börsen-ABC
      Anlegerrecht


        Twitter

        



Anzeige  


 

Suche

 


Kursabfrage

 



 
Kunst im Frühling


 


 

 

 

Das Schreckliche an Freiheit und Toleranz

Freitag, 16. Mai 2014 um 22:41

Von Bernd Niquet

In der abgelaufenen Woche konnte ich kaum eine Zeitung aufschlagen oder eine Internetseite aufrufen, ohne ein Bild von diesem singenden Frauenwesen mit Vollbart zu sehen. Ich finde es grauenhaft. Ich kann gar nicht hinschauen, da zieht sich in mir alles zusammen. Ich möchte auch gar nicht wissen, wer oder was hier dahintersteckt. Ich möchte nur, dass es endlich aufhört.

Doch das ist eben der Preis für Freiheit und Toleranz. Jeder soll die Möglichkeit haben, so zu leben, wie er das mag, allerdings ohne die Interessen der Allgemeinheit zu verletzen. Und das ist hier sicherlich erfüllt. Es nervt zwar bis an die Grenze, doch die Interessen der Allgemeinheit sind nicht verletzt. Es ist ja vielmehr die unterschwellige Geilheit vieler Menschen, die es für die Presse so interessant macht, zu diesem Thema derart viele Bilder und Berichte zu bringen.

Ich bin also bereit, diesen Preis zu zahlen. Und wenn ich sehe, wie sich in Russland viele erregen und sogar nachgedacht wird, an dem Europäischen Sangeswettbewerb gar nicht mehr teilzunehmen, dann freue ich mich mächtig. Wenn man Diktaturen auf diese Weise bekämpfen kann, dann nur zu gerne.

Andererseits gehen durch solche Titten-und-Bart-Geschichte natürlich auch wichtige Informationen unter. So hat beispielsweise niemand registriert, was der eigene Menschenrechtsrat des russischen Präsidenten Putin (!) gerade veröffentlicht hat: Beim Krim-Referendum haben nicht wie nach dem offiziellen Ergebnis 96 Prozent der Wähler bei einer Wahlbeteiligung von 90 Prozent für den Anschluss der Krim an Russland gestimmt, sondern nur 50 bis 60 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 30 bis 50 Prozent. Und das ist natürlich ein gewaltiger Unterschied.

Ich sehe allerdings auch allgemeine Gefahren für unsere offene Gesellschaft. Denn das Anderssein und Andersdenken in Bezug auf die sexuelle und auch die religiöse Orientierung wird bei uns mittlerweile so glorifiziert, dass die traditionellen Werte, die doch die Gesellschaft stützen, immer weiter an den Rand gedrängt werden. Müssen wir vielleicht bald alle schwul werden?

Die wirklichen Probleme liegen allerdings ganz woanders. Unsere Gesellschaft zerbricht in Billiglöhner und Wohlhabende – und die Mittelschicht erodiert. Wer viel Geld auf der hohen Kante hat, kann sich auch über Nullzinsen freuen, weil dann die Aktien umso mehr steigen. Honoriert werden heute nicht mehr diejenigen, die aus geringen Mitteln das Optimale herausholen, sondern die fetten Geldsäcke.

Ein Blick auf die Abschlusstabelle der Fußball-Bundesliga mag das illustrieren, denn hier ist es ja auch nicht anders. Denn was denken Sie, ergibt sich, wenn man die erreichten Punkte jeder Mannschaft durch den Lizenzspieler-Etat des jeweiligen Vereins dividiert und damit eine Aussage darüber erhält, wieviel Punkte pro eingesetzter Euromillion erzielt wurden?

Genau, in dieser Tabelle ist Bayern München letzter, denn sie haben nur 0,64 Punkte aus jeder Million Euro erzielt. Ganz schlecht stehen auch Schalke und die beiden Versager der Saison, Hamburg und Stuttgart da. Am besten gewirkt und gewirtschaftet hat dagegen der FC Augsburg mit einer Quote von 3 sowie Mainz und Freiburg mit mehr als 2.

Doch in der Champions League spielen nicht diejenigen, die aus wenig viel gemacht haben, sondern diejenigen, die bereits vorher das meiste Geld hatten. Im Fußball wie im Leben überhaupt in unserer Gesellschaft. Das stellt die wirklich gravierende Rückseite von Freiheit und Toleranz dar.

Wobei allerdings anzumerken ist, dass der Glaube, Unfreiheit und Intoleranz würden bessere Ergebnisse erzielen, auf sehr unsicheren Füßen steht.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

******************* Und vergessen Sie nie: ********************
**** Die wirkliche Wirklichkeit liegt stets Jenseits des Geldes! ****

Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Dritter Teil", Leipzig 2013, 607 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-95488-235-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

 

Anzeige


 


 
 
 
 
 
 
 
       
     


© 1999 - 2017 by instock.de | Mediadaten | Impressum