27.07.2017 - 04:37 | Lesezeichen | Startseite | Newsletter | Suche | Kontakt | Seite drucken | Sitemap   
 
   

Wo Sie neue
Boom-Börsen finden?!

 

  Geheime Aktien-Gewinnstrategie?!

      Menü

    Home

      Wissen

      Börsen-ABC
      Anlegerrecht


        Twitter

        



Anzeige  


 

Suche

 


Kursabfrage

 



 
Kunst im Frühling


 


 

 

 

Reich wie nie, aber krank im Kopf

Freitag, 9. Mai 2014 um 23:00

Von Bernd Niquet

Es herrscht eine merkwürdige Stimmung im Lande, zwei Wochen vor der Europawahl. Ich habe das Gefühl, die EU wird bei uns mittlerweile für alles verantwortlich gemacht, was unseren Leuten nicht passt. Überall höre ich das.

Neulich war ich spät am Abend an der Tankstelle. Brötchen gab es zwar nicht mehr, doch der Mann hinter der Kasse redete auf mich ein, dass die EU jetzt auch den Einheitsapfel fordern würde, so dass alle anderen Sorten bald nicht mehr existieren würden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das stimmt. Doch erstaunlich, was die Menschen so beschäftigt. Über die äußerst erfolgreiche Integration der ehemaligen Ostblock-Staaten hat er nämlich kein Wort verloren.

Auch die Gurkenverordnung, in der geregelt ist, dass Gurken nur einen bestimmten Neigungsgrad haben dürfen, ist ein Dauerthema. Sie kommt im Übrigen gar nicht von der EU, sondern vom Handel. Der Handel wollte das so, weil man gerade gewachsene Gurken besser stapeln kann als krumme. Mittlerweile gibt es diese Richtlinie auch gar nicht mehr als EU-Verordnung. Der Handel wendet sie jedoch weiterhin an. Aber Hauptsache, die EU wird zum Buhmann gemacht.

Und dann auch noch diese ganzen Verschwörungen. Haben wir in der EU denn tatsächlich versucht, Osteuropa uns gefügig zu machen und anschließend einzuverleiben? Und machen wir das jetzt mit der Ukraine? Ist es nicht vielmehr anders herum, dass es uns so schweinegut geht und bei uns so viel Demokratie und Toleranz herrschen, dass alle anderen Länder und deren Bevölkerung dadurch wie magisch angezogen werden? Ich denke, so wird viel eher ein Schuh daraus. Und wir schießen sogar deutlich über das Ziel hinaus und lassen selbst überzeugte Gegner der EU ohne Prozentklausel in das EU Parlament wählen.

Heute frage ich mich manchmal, wie die Welt eigentlich vor der Internetzeit gewesen ist? Was war da mit den ganzen Verschwörungstheorien? Heute kann jeder schräge Geist alles ins Netz hinausposaunen und macht davon auch reichlich Gebrauch. Doch vorher? Gab es da einfach nicht so viele Verschwörungstheorien? Oder wurden die nur in konspirativen Zirkeln gehandelt?

Es ist eine merkwürdige Situation, in der wir uns heute befinden: Einerseits ist es niemals in der Geschichte möglich gewesen, sich so umfassend zu informieren wie heute. Die Menschen könnten heute aufgeklärter sein denn je – doch sie haben vielmehr ein ebenso historisch einmalig ausgeprägtes Gefühl, ständig belogen, betrogen und bevormundet zu werden.

Wir sind heute so frei und so reich wie noch niemals zuvor, verfügen über Möglichkeiten, die wir noch vor Jahrzehnten für unmöglich gehalten haben, und alle Welt reißt sich fast die Haut vom Leib, um zu uns zu kommen. Doch wir wissen unsere Errungenschaften gar nicht schätzen, fühlen uns permanent hintergangen und wenden uns spinnerten Ideen und Extremisten zu.

Die Welt in Europa und der EU ist so gut wie noch niemals seit Menschengedenken. Die Menschen allerdings sind darüber anscheinend krank im Kopf geworden.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

******************* Und vergessen Sie nie: ********************
**** Die wirkliche Wirklichkeit liegt stets Jenseits des Geldes! ****

Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Dritter Teil", Leipzig 2013, 607 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-95488-235-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

 

Anzeige


 


 
 
 
 
 
 
 
       
     


© 1999 - 2017 by instock.de | Mediadaten | Impressum