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Sell in May ist wieder da

Donnerstag, 8. Mai 2014 um 10:46

Von Thomas Grüner
Die gefühlte Volatilität ist hoch, die Renditen an den Aktienmärkten im bisherigen Jahresverlauf eher moderat. Der Dax tritt auf der Stelle. Volatilität ohne Rendite? Für viele Anleger, die ihr Resümee gerne bereits nach sehr kurzen Zeiträumen ziehen, eine schwierig zu ertragende Situation. Ungeduld und Nervosität kommen – wie fast immer in solchen Situationen – auf. Zeit, über einen möglichen Ausstieg nachzudenken? Die Börsenweisheit „Sell in May“ kommt da gerade recht.

Auch wenn viele Anleger bereits eingesehen haben, dass sich Märkte nicht an vorgefertigte Muster halten, schon gar nicht an Kalender, wird diese Börsenweisheit seit Jahrzehnten immer wieder thematisiert. Ist es tatsächlich lohnenswert für Investoren, in den Sommermonaten dem Aktienmarkt den Rücken zu kehren und im Herbst wieder einzusteigen?

Zuerst die Daten, dann die These!

Es ist wie immer, wenn man zuerst eine Aussage trifft und sich im Anschluss Daten sucht, die diese Aussage belegen sollen: „Geeignete“ Daten sind bei dieser Vorgehensweise problemlos zu finden (man erinnere sich an willkürliche Vergleiche wie den „Chart of Doom“). Eindeutig für die Börsenweisheit spricht das Jahr 2008, hier wäre der Rückzug aus dem Markt im Mai tatsächlich eine gute Wahl gewesen. Ebenso im Jahr 2011, das insbesondere deutschen Anlegern in negativer Erinnerung bleiben wird. Zwei sehr spezielle Beispiele. Ebenso einfach ist es, Gegenbeispiele zu finden – man betrachte den Dax in den vergangenen beiden Jahren. Hier hätte „Sell in May“ nicht funktioniert, vielmehr aufgrund teilweise enormer Aufwärtsbewegungen hohe Opportunitätskosten verursacht. 2012 und 2013 entstand das hohe Kursplus fast ausschließlich ab dem Juni! Es gibt unzählige weitere Beispiele für Pro und Contra – jedoch ohne statistische Signifikanz.

Deutlich sinnvoller erscheint es, historische und breit gefasste Daten auszuwerten und erst im Anschluss eine Aussage zu treffen. Der US-Aktienindex S&P 500 bietet sich aufgrund seiner Marktbreite und der langen Historie als geeignete Basis an. Betrachtet man die monatlichen Renditen seit dem Jahr 1926, sind die Sommermonate (von Mai bis Oktober) mit einer durchschnittlichen Rendite von 4,1 Prozent tatsächlich schwächer als die Wintermonate (November bis April) mit 7,4 Prozent. Spricht das nun doch für „Sell in May“? Keinesfalls!

Positiver Sommer

Wie bei jedem willkürlich gewählten Zeitraum fällt eine sinnvolle Argumentation für die Variation der Renditen schwer und ist von zufälligen Elementen geprägt. Wichtig ist hierbei jedenfalls, dass die Renditen für beide Zeiträume deutlich positiv sind. Auch wenn der Zeitraum Mai bis Oktober schwächer sein sollte als das Gesamtjahr: Trotzdem wird in diesem „schwachen“ Zeitraum meist ein Zuwachs erzielt! Auf Monatsbasis hat sich der Juli mit einem durchschnittlichen Zuwachs von 1,89 Prozent sogar am stärksten entwickelt, lediglich ein Monat (September) ist im Durchschnitt negativ. Es gibt keine rationalen Gründe dafür, warum man freiwillig auf den Renditebeitrag der Sommermonate verzichten sollte.

Fazit: Investoren sollten ihre langfristigen Anlageziele niemals aus den Augen verlieren. Börsenweisheiten wie „Sell in May“ sind hier nicht hilfreich. Eher gefährden Transaktionsgebühren und hohe Opportunitätskosten den nachhaltigen Anlageerfolg. „Sell in May“ fokussiert sich auf einen kurzen Zeitraum, wird in der Presse vornehmlich zur Steigerung der Nervosität benutzt und animiert Anleger zu emotionalen Entscheidungen. Das ist – wie immer – kein guter Ratgeber!

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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