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Ungerecht und nicht nachvollziehbar

Donnerstag, 20. Mrz 2014 um 13:29

Von Wolfgang Braun
Nur vier Tage hat der Prozess gedauert, dann stand das Urteil fest. Uli Hoeneß muss für dreieinhalb Jahre hinter Gitter. Das Strafmaß fällt milde aus, wenn man die enorme Summe von 28,5 Millionen Euro bedenkt, die der Fußball-Manager an Steuern hinterzogen hat. Eine Bewährungsstrafe, wie sie die Verteidigung gefordert hatte, hätte das Gerechtigkeitsbewusstsein der meisten Deutschen über alle Maßen strapaziert. Die Presse und Teile der Bevölkerung haben nicht mit Hohn und Spott für Hoeneß gespart. Da hat selbst der „Bayern-Bonus“ nichts genutzt. Allgemein sind die Deutschen gnädig, wenn es um die Geldgeschäfte ihrer Sportler geht. Millionengehälter bei Lahm, Götze oder Neuer werden akzeptiert. Manager bei Dax-Konzernen können da mit weniger Nachsicht rechnen, obwohl sie weit mehr gesellschaftliche Verantwortung tragen als unsere Top-Fußballer.

Tanz auf dem Pulverfass

Dabei sollten die Deutschen vorsichtig mit ihrer Kritik sein. Selbst ohne die kriminelle Energie, die zweifelsfrei hinter den Machenschaften von Hoeneß steckte, kann man sich hierzulande leicht im Steuerdschungel verstricken. Trotz aller Versprechungen ist es den Finanzpolitikern bislang nicht gelungen, halbwegs nachvollziehbare Regeln zu schaffen. Von der Steuererklärung auf dem Bierdeckel, wie sie Friedrich Merz in Aussicht gestellt hatte, sind wir meilenweit entfernt. Während der ehrliche Bürger stets mit einem Bein im Knast steht, schleusen Großkonzerne wie Google, Microsoft oder Apple Milliardensummen am Finanzamt vorbei – und das völlig legal. Dabei würde ein nachvollziehbares und gerechtes Steuersystem die Steuerehrlichkeit der Bürger am meisten steigern.

Ohne Konsequenzen

Neben ihrer Unfähigkeit zur Schaffung halbwegs plausibler Steuerregeln gibt es noch einen weiteren Grund, warum sich die Parteien mit Kritik an Hoeneß zurückhalten sollten. 28,5 Millionen Euro sind zwar eine enorme Summe – aber nichts im Vergleich zu den Beträgen, die unsere Politiker regelmäßig versenken. So beträgt die Kostenüberschreitung bei der Hamburger Elbphilharmonie inzwischen rund 700 Millionen Euro. Der Berliner Flughafen soll den ursprünglichen Kostenansatz um ganze 2,7 Milliarden Euro überschreiten. Uli Hoeneß hat die Konsequenzen aus seinen Vergehen gezogen und seine Ämter beim FC Bayern niedergelegt. Der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit dagegen klebt weiter an seinem Posten.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Aktien-Strategie“. Weitere Informationen zum Börsenbrief finden sie hier.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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