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Der übersehene Crash

Mittwoch, 12. Februar 2014 um 16:16

Von Thomas Grüner
Die aktuelle Korrektur an den globalen Aktienmärkten verläuft parallel mit der Suche nach einem vermeintlichen Auslöser. Ein Schuldiger ist dabei schnell gefunden: Die kriselnden Emerging Markets! Schwache Währungen, schwache Anleihemärkte und schwache Aktienmärkte. Die Emerging Markets sind in kollektivem Aufruhr.

Einige Kommentare sprechen jetzt kurioserweise von einem brodelnden Vulkan, der kurz vor seinem Ausbruch stehen sollte. Da frage ich mich jedoch, wo denn diese Kommentatoren in den Jahren seit 2011 gewesen sind? Um in diesem Bild zu bleiben: Dieser vermeintliche Vulkan ist doch längst ausgebrochen und die Lava läuft schon seit Jahren den Berg hinunter. Bisher hat das jedoch kaum jemanden interessiert. Die Börsen der etablierten Märkte sind zwischenzeitlich auf neue Rekordhochs gestiegen und haben diese Schwäche der Emerging Markets überkompensiert. Die Investoren ziehen ihr Geld aus den Schwellenländern schon seit rund drei Jahren ab. Das wurde nur von vielen übersehen.

Gewaltige Unterschiede

Die meisten institutionellen Anleger orientieren sich in ihrer globalen Ausrichtung am MSCI-Weltindex. Die Entwicklung des MSCI World hängt zu rund 50 Prozent an den US-Märkten. Die US-Indizes lagen seit 2011 auch gut im Rennen. Das verzerrt das Bild. Ähnlich wie der Goldpreis sind die Emerging Markets komplett anders gelaufen als die großen Börsen in den Industriestaaten. Wer 2011 in Gold und Schwellenländer investierte, liegt jetzt schon 30 Prozent im Minus. Wer beispielsweise auf den Nasdaq 100 setzte, erzielte bis zu 80 Prozent Plus. Eine gewaltige Schere! In absoluten Zahlen fällt der Rückgang in den Emerging Markets gar nicht mal so hoch aus. Relativ zu den westlichen Industriestaaten aber sehr wohl! Selbst der EuroStoxx 50 hat sich – durch die Schwäche in Europa – „performancetechnisch“ unter die Entwicklung der Emerging Markets eingereiht. Er liegt in der Statistik der Verlierer zwischen China und Russland!

Veritabler Bärenmarkt – aber übersehen

Die angebliche Geldschwemme der US-Notenbank FED hat dabei die Emerging Markets nicht aufgepäppelt. Jetzt kann das sogenannte „Tapering“ – das Reduzieren der Anleihekäufe durch die FED – auch nicht der Grund für die dortige Schwäche sein, die schon viel länger andauert!

Wir haben bereits oft erläutert, dass Konsensprognosen nur in den seltensten Fällen richtig sind. Dies könnte in Kürze auch wieder für die weitere Entwicklung der Emerging Markets zutreffen. Wir sehen augenblicklich viel Unsicherheit und negative Schlagzeilen in den Medien. Anfang 2011 sah das noch ganz anders aus. Ich warnte damals in einem Gastbeitrag für „Focus Money“ und schrieb: „Ganz grundsätzlich denken wir, dass man für die Emerging Markets skeptischer sein sollte als zuletzt. Weil eine Pause notwendig ist. Man muss stark differenzieren zwischen realer wirtschaftlicher Entwicklung – die besser verlaufen dürfte als erwartet – und den Aktienmärkten, die bereits viel vorweggenommen haben.“

Fazit: Die Situation in den Emerging Markets bleibt angespannt. Genauso wie ich Anfang 2011 den Optimismus für die Emerging Markets als übertrieben empfand und warnte, hat sich dieser Ausblick jetzt ins Gegenteil gewandelt. Sicher kann es noch einen finalen „Sell-off“ in den Schwellenländern geben. Mittlerweile sind jedoch zu viele Negativszenarien eingepreist. Die Zeit für übergroße Skepsis gegenüber den Emerging Markets ist jetzt vorbei und man sollte eher damit beginnen, sich nach Kaufgelegenheiten umzusehen!

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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