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Kaum zu verstehen

Freitag, 31. Januar 2014 um 22:55

Von Bernd Niquet

Mit eigenen Augen kommt man heute ja im Allgemeinen nicht mehr sehr weit, weil die Welt viel zu groß und komplex geworden ist. Nur wenn man unmittelbar betroffen ist, besitzt man eine Chance, das, was einem die Medien servieren, selbst an der Wirklichkeit zu prüfen.

Ich denke, wir alle sind heute auf der einen Seite so gut informiert wie nie zuvor, auf der anderen Seite gleichzeitig aber auch manipuliert und in die Irre geführt. Und der Riss scheint mitten durch alle Medien und damit auch mitten durch uns selbst hindurch zu verlaufen.

Da hat beispielsweise die ARD einen echten Treffer gelandet und das erste Interview mit dem Whistleblower Edward Snowden seit seinem Aufenthalt in Russland geführt, doch dann wird es am Sonntagabend auf einem Sendeplatz um 23 Uhr versteckt. Vorher gibt es den ganzen Tag Rodeln, Biathlon, Skispringen und sonstiges Schneerutschen zur besten Sendezeit.

Und warum erklärt eigentlich niemand, wie es dazu kommt, dass die Einwohner der Krisenländer Zypern, Spanien, Griechenland und Italien alle wesentlich reicher sind als wir Deutschen, die jetzt die Last zu ihrer Rettung schultern? Die Bundesbank hat ja gerade den Vorschlag gemacht, überschuldete Staaten durch eine einmalige Vermögensabgabe ihrer Bürger zu sanieren, doch so etwas ist natürlich politisch inkorrekt und deswegen von der Politik brüsk abgelehnt worden.

Doch warum erklärt eigentlich niemand, warum die Zyprioten im Schnitt pro Kopf ein Vermögen von 267.000 Euro besitzen, die Spanier 183.000, die Italiener 174.000 und sogar die Griechen noch 102.000, wohingegen wir Deutschen gerade einmal die Hälfte, nämlich 51.000 Euro unser Eigentum nennen können?

Auf der anderen Seite bin ich dann aber immer wieder total baff, wie offen gerade im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Mißstände in Europa und der Welt angeprangert werden. Wer beispielsweise den Bericht über Sotschi auf Arte gesehen hat, weiß, was ich meine. Hut ab, dass die Filmemacher sich das trauen.

Entsetzt war ich dann aber wieder, wie selbst die heilige Tagesschau anscheinend ohne Plausibilitätsprüfung völlig danebenliegende Agenturmeldungen übernimmt. Am Tag, als der ukrainische Ministerpräsident zurückgetreten ist, titelte die Agentur Reuters eine Meldung mit der Überschrift „Ukrainische Führung erfüllt Forderungen der Opposition“ und schrieb: „Nach monatelangen Protesten von Regierungsgegnern in der Ukraine hat die Führung des Landes zentrale Forderungen der Opposition erfüllt.“

Das lief anschließend in nur leicht veränderter Form auch in der Tagesschau auf dem Kanal „Tagesschau24“. Ich dachte fast daran, die alte „Aktuelle Kamera“ sei wieder zum Leben erweckt worden. Irgendwann muss es dann aber wohl doch jemandem aufgefallen sein, dass die Proteste in der Ukraine gegen den Präsidenten gerichtet sind, und in der „Tagesschau“ in der ARD gab es dann auch einen reflektierten Bericht.

Der Riss geht also mittendurch. Und jeder kann sich aussuchen, ob er vernünftig informiert oder nur ruhiggestellt wird. Hoffen wir daher nur, dass es nicht bald so weit kommt, dass Information ruhigstellen und die Ruhe selbst zur Information wird.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

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Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Dritter Teil", Leipzig 2013, 607 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-95488-235-9.

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