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Europa am Abgrund

Freitag, 24. Januar 2014 um 22:53

Von Bernd Niquet

Ich komme derzeit kaum noch zu etwas anderem, weil mich die Themenwoche „Europa am Abgrund“ über den Kriegsausbruch 1914 auf 3sat so sehr in den Bann schlägt. Und vorher war da ja noch etwas Ähnliches auf Arte, so dass ich mittlerweile beinahe in Gänze in diese Zeit abgetaucht bin.

Ich staune, was ich alles nicht wusste, ärgere mich jedoch auch über manches. Haben Sie beispielsweise einmal daran gedacht, für wie viele Länder in Europa das Ende des Ersten Weltkriegs, das für uns die Urkatastrophe schlechthin war, die Geburtsstunde ihres eigenen Staates geworden ist, so wie er noch heute aussieht oder bis vor kurzem aussah?

Ich fange mal im Norden an und bewege mich dann südlich: Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechoslowakei, Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Jugoslawien (Königreich), Ukraine, Georgien, Armenien und sogar die Türkei (1923). Und diese Liste ist bestimmt nicht einmal vollzählig. Eine völlige Neugliederung Europa hat es damals gegeben.

Was mich hingegen ärgert, sind die vielen selbsternannten Experten, die aus den gesellschaftlichen und künstlerischen Entwicklungen vor dem Ersten Weltkrieg auf diesen schließen. Ich kann diesen Herren nur raten, sich einmal an der Börse zu engagieren, denn dann würden sie am eigenen Leib erfahren können, dass unzählig viel mehr Katastrophen vorhergesehen wurden als dann tatsächlich eingetreten sind.

„Europa am Abgrund“ also. Und heute? Gerade wird in der Ukraine geschossen, und ich möchte mir lieber nicht vorstellen, was wäre, wenn gerade jetzt der Bosnienkrieg ausgebrochen wäre, den wir zum Glück bereits hinter uns haben.

Aufgefallen sind mir dagegen wie immer Kleinigkeiten. Zum Beispiel, dass der gerade verstorbene Eurokritiker Wilhelm Hankel eigentlich nirgendwo richtig gewürdigt wurde. Und bereits ein paar Tage vor dem Passwort-GAU habe ich mir auf dem Notizzettel zu dieser Kolumne aufgeschrieben: Wir sind heute weit stärker von der Technik abhängig als die Menschen in ihrer Geschichte von der Natur waren. Denn selbst einen Ernteausfall kann man durch Vorräte ausgleichen. Ein Technikausfall hingegen würde unser Leben total zum Erliegen bringen.

Aber heute ist das Sparen ja nicht mehr angesagt. Heute geht es in der Hauptsache ums Konsumieren. Und wenn das nicht freiwillig geschieht, wird man notfalls mit der Abschaffung des Bargeldes und Strafzinsen auf Kontoguthaben nachhelfen.

Ich denke, jedes Jahrhundert baut sich seine eigene und neue Kategorie von Krisen. Einen Krieg mit Schüssen werden wir sicherlich in Europa nicht mehr erleben. Heute gibt es ganz andere Waffen. Der nächste wirklich heftige Krieg wird sicherlich ein Finanz- oder ein Datenkrieg werden.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

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Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Dritter Teil", Leipzig 2013, 607 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-95488-235-9.

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