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Dumme Kritik

Donnerstag, 28. November 2013 um 13:27

Von Wolfgang Braun
In der vergangenen Woche habe ich über die kaum nachvollziehbare Kritik am deutschen Exportüberschuss geschrieben. Noch unverständlicher werden die Vorwürfe, wenn man sich einmal anschaut, was Deutschland aus seiner hohen Leistungsbereitschaft macht.

Wer fleißig ist und mehr produziert als er verbraucht, kann sich Rücklagen schaffen – etwa fürs Alter. Bei Staaten gilt prinzipiell das selbe. Länder mit einem Plus in der Leistungsbilanz erhalten im Gegenzug Wertgegenstände, die eine Sicherheit für spätere Zeiten sein können. Vorausgesetzt, die Gegenleistungen sind werthaltig. Mit China und Deutschland gab es in der jüngeren Vergangenheit vor allem zwei Länder, die mit hohen Überschüssen im Export glänzten. Das Reich der Mitte hat damit enorme Devisenreserven im US-Dollar angehäuft. Gleichzeitig haben die Chinesen aber auch ihre Goldbestände massiv aufgestockt und sich weltweit riesige Rohstoffvorkommen und Agrarflächen gesichert. Während die Dollar-Reserven im schlimmsten Fall wertlos werden könnten, kann man mit den Rohstoffen die eigene Wirtschaft und mit den Äckern die Bevölkerung versorgen.

Leere Versprechungen

Weit kritischer sind die Gegenleistungen zu beurteilen, die Deutschland derzeit hält. Einen Teil des deutschen Vermögens haben die halbstaatlichen Banken beim US-Immobilienboom verzockt. Vor allem Landesbanken kamen unter die Räder und mussten gestützt werden. Die Rettungsmaßnahmen für den Finanzsektor haben die Schuldenlast des Staates auf mehr als 80 Prozent des BIPs in die Höhe getrieben. Gelder, die von den künftigen Generationen zu tragen sind. Zudem steckt ein großer Teil unserer Exporterfolge in Rettungsgeldern für unsere Euro-Partner. Insgesamt dürften derzeit rund 1 Billion Euro im Feuer stehen, mehr als die Hälfte davon für die Target 2-Salden.

Fazit: Exportüberschüsse könnten ein guter Puffer sein, wenn der demografische Wandel einmal an der Produktivität Deutschlands zehrt. Im Gegensatz zu China steckt unser Geld aber nicht in echten Werten, sondern in Versprechungen, die im Ernstfall wenig wert sind. Dass sogar unsere europäischen Partner den Exportüberschuss kritisieren, ist dumm: Ohne das dicke Plus in der deutschen Leistungsbilanz wären die massiven Hilfsmaßnahmen überhaupt nicht möglich gewesen.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Aktien-Strategie“. Weitere Informationen zum Börsenbrief finden sie hier.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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