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Marktreaktionen auf schlechte und gute Nachrichten


Mittwoch, 13. November 2013 um 13:56

Von Jochen Steffens
Im Moment ist es hochinteressant, die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Wir befinden uns meines Erachtens wieder in einer Art „kleiner Übertreibungsphase“. Der Markt fängt an, Probleme zu ignorieren und genau das ist oft ein Warnzeichen. Denn dies geschieht fast ausschließlich nur dann, wenn sich der Markt in euphorischer Stimmung befindet. Schließlich sind die Marktteilnehmer die überwiegende Zeit in eher ängstlicher Stimmung.

Sie kennen das aus dem „Steffens Daily“: Wir untersuchen immer wieder, wie der Markt auf Nachrichten in einer gewissen Situation reagiert. Das typische Beispiel, welches wir in den Krisen und Crashs immer wieder erwähnt hatten, war die folgende Entwicklung:

In einem Crash oder in einer starken Abwärtsbewegung sind die Anleger verunsichert. Wenn in so einer Situation schlechte Nachrichten über die Ticker kommen, werden bei einigen dieser verunsicherten Anleger die Nerven reißen und sie verkaufen ihre Aktien. So entstehen, bei entsprechend negativen Nachrichten, starke Abverkäufe.

Stellen wir allerdings fest, dass diese Abverkäufe nicht mehr eintreten, schlechte Nachrichten also nicht mehr zu stärkeren Kursverlusten führen, ist dies oft ein Hinweis, dass ein Boden in der Nähe ist.

Denn eine solche Nicht-Reaktion belegt einfach, dass die zittrigen und nervösen Anleger aus dem Markt sind und dass viel Negatives eingepreist ist. Die Hartgesottenen, die jetzt noch am Markt sind, kann das alles nicht mehr erschüttern. Mit Hilfe dieses Wissens konnten wir die sehr guten Prognosen zu den jeweiligen Tiefs in der Vergangenheit erstellen.

Nun befinden wir uns aber in einem starken Aufwärtstrend. Dazu habe ich geschrieben, dass ein Aufwärtstrend grundsätzlich in einer Panikstimmung entsteht. In der ersten Phase können schlechte Nachrichten die gerade neu entstandenen Bullen durchaus noch kurzfristig verunsichern – allerdings bilden sich keine neuen Tiefs mehr.

Je reifer ein Trend wird, desto weniger werden schlechte Nachrichten beachtet – die Anleger werden auf der anderen Seite immer positiver auf gute Nachrichten reagieren. Es kommt dann zu einer Phase, in der schlechte Nachrichten eher negiert werden und gute überbewertet werden. In so einer Phase befinden wir uns. Oft ist dies ein Zeichen dafür, dass zumindest eine Konsolidierung ansteht – wie wir das ja auch bereits seit einigen Wochen vermuten.

Aber erst, wenn kaum noch schlechte Nachrichten veröffentlicht werden, weil alle Redakteure, Journalisten und andere endgültig bullish geworden sind, befindet sich ein großer Trend am Ende seiner Laufzeit. Und dann gibt es, ähnlich wie im Tief, eine Phase, in der der Markt trotz all der guten Nachrichten, Analysen und Kommentare nicht mehr weiter steigt. Gerne bildet sich gleichzeitig eine Topformation, die im Prinzip eine Seitwärtsbewegung ist (wie beospielsweise die Schulter-Kopf-Schulter-Formation). Davon sind wir meines Erachtens noch weit entfernt.

Zur Zeit übersieht der Markt im Taumel der Jahresendrallye, dass bald wieder viele Probleme auf den Markt treffen. Die Fed wird die Anleihekäufe zeitnah zurückführen und zum Jahreswechsel wird wieder das übliche politische Theater im Kongress starten, dass wir nun schon zweimal miterlebt haben. Das nächste Jahr ist zudem ein Zwischenwahljahr und diese sind von der Performance her gemeinhin durchwachsen. Ich bin also sehr gespannt, wie der Markt in den kommenden Wochen mit dieser Vielzahl von Unannehmlichkeiten umgeht. In diesem Zusammenhang entsteht ein weiterer Risikofaktor: Viele der institutionellen Anleger sind wohl in einer Underperformance zum Markt. Sie werden durch die immer weiter steigenden Kurse gerade zum Jahresende hin in den Markt gezwungen. Sollte die Rallye auslaufen und eine Konsolidierung einsetzen, werden diese ihre Positionen schnell sichern müssen, um nicht auch noch zusätzlich Performance zu verlieren. Wenn aber alle durch ein Nadelöhr wollen, kann es schnell dynamisch abwärts gehen. Das ist eine zusätzliche Gefahr, die zur Zeit im Markt ist.

Niemand weiß aber, wie lange der Markt das Spiel weiter treibt. Und deswegen bleibt es bei dabei: Sichern Sie Ihre Positionen enger ab, so dass Sie bei einer stärkeren Konsolidierung schrittweise automatisch aussteigen. So können Sie ohne größere Risiken dem aktuell sehr buntem Treiben beiwohnen. Ist doch perfekt.

Jochen Steffens ist Chefredakteur des kostenlosen Newsletters "Steffens Daily". Weitere Informationen finden sie hier.

 

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