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Überraschungspotential für Anleger


Mittwoch, 9. Oktober 2013 um 13:25

Von Jochen Steffens
Der Etat-Streit in den USA geht weiter. Gleichzeitig nähert sich der Termin, an dem der US-Regierung quasi das Geld ausgeht, da sie keine weiteren Schulden machen darf. In den Medien wird der 17. Oktober als Stichtag angegeben, obwohl es der US-Regierung unter Umständen wahrscheinlich sogar mit vielen Tricks gelingen kann, daß es erst gegen Ende des Monats wirklich kritisch wird. Denn Ende Oktober und Anfang November stehen hohe Zinszahlungen an. Hier sollen nach Angaben der Analysten dann auch keine Tricks mehr helfen.

Dafür, daß der Streit im Kongreß zwischen Republikaner und Demokraten als „verhärtet“ tituliert wird, halten sich die Märkte erstaunlich gut. Auch wenn die aktuell leichten Kursverluste sicherlich mit diesen politischen Börsen zusammen hängen. Und genau diese vermeintliche Gelassenheit ist es, die mir etwas Sorgen bereitet. Wenn Sie mich schon länger lesen, wissen Sie, daß ich immer vergleichsweise beruhigt bin, wenn der Markt Ereignisse „einpreist“ – in diesem Fall also über fallende Kurse abbildet.

Das hat einen Grund. Eine wichtige Frage im täglichen Börsenallerlei lautet nämlich: Wo liegt das Überraschungspotential für Anleger?

Wenn also die Kurse angesichts einer bevorstehenden Krise brav einbrechen, liegt die Überraschung darin, daß eben diese Krise ausbleibt. Das haben wir Anfang des Jahres im Zusammenhang mit der Fiskalklippe erlebt.

Wenn aber eine mögliche Krise eben nicht durch fallende Kurse einpreist wird, gehen die Anleger davon aus, daß die Krise abgewendet wird. In diesem Fall liegt das Überraschungspotential auf der anderen Seite. Und so können wir momentan Folgendes festhalten: Sollte es zu einer Einigung im US-Kongreß kommen, werden wir zwar eine kurze Erleichterungsrallye erleben, die jedoch schnell wieder ausläuft, eben weil es sich nicht um ein unerwartetes Ereignis handelt. Dann wird schnell wieder Börsen-Alltag gespielt. Und dieser Alltag heißt zur Zeit: US-Berichtsaison.

Sollten aber die USA tatsächlich zahlungsunfähig werden, besteht ein erhöhtes Crash-Potential. Dieses würde jedoch abgeschwächt, wenn mit der Annäherung an den 17. Oktober oder Ende Oktober die Kurse weiter nachgeben oder sogar stark fallen.

Da wir leider nicht in die Köpfe der beteiligten Politiker schauen können, bleibt uns nur übrig abzuwarten, was passiert. So unbefriedigend das auch sein mag.

Was tun?

Was kann man angesichts solcher Szenarien tun. Es gibt diverse Möglichkeiten:

1. Alles verkaufen.

Vorteil: Kein Verlustrisiko

Nachteil: Man muß eventuell deutlich höher wieder einsteigen, wenn es zu einer Einigung und einer Erleichterungsrallye kommt. Und selbst dann ist es nicht sicher, ob es nach dieser Erleichterungsrallye nicht doch wieder eine größere Konsolidierung gibt, weil zum Beispiel die Berichtssaison enttäuscht.

Man hat zwar kein Verlustrisiko, aber das Risiko, entweder nicht mehr in den Markt zu kommen oder zu sehr hohen Kursen einzusteigen.

2. Absichern (hedgen)

Hier gibt es viele Mißverständnisse. Wenn man seine ganze Position absichern würden, in dem man eine gleichgroße Gegenposition eingeht oder entsprechend gehebelt investiert, ist es gleichzusetzen mit Punkt 1: Alles verkaufen.

Absichern ist meistens nur sinnvoll für große Fonds oder bei großen Depots. Wenn Sie viele Positionen im Depot haben, kann es einfacher sein, eine Gegenposition (Zertifikat, Option, Futurekontrakt etc.) aufzubauen. Aus folgendem Grund: Wenn Sie alle Positionen verkaufen müßten, wäre das ein riesiger Aufwand. Indem Sie eine Hedge-Position aufbauen, brauchen Sie nur eine oder wenige (gehebelte) Positionen zu erwerben, um sich marktneutral zu stellen. Das ist meistens deutlich billiger und schneller.

3. Teilverkauf / Teilabsicherung

Eine weitere Möglichkeit ist es, Teilverkäufe vorzunehmen oder wie wir es machen, sukzessive mit fallenden Kursen auszusteigen. Das jedoch nur, um das freigewordene Kapital über tiefe Limits wieder zu investieren.

Diese Variante bürgt natürlich auch Risiken: Es gehört viel Erfahrung dazu, bei Krisen entsprechend vorsichtig und emotionslos auszusteigen und dann auch wieder den richtigen Einstieg zu finden. Doch selbst wenn das gelingt, bleiben Risiken: In einem Crash könnten auch tiefliegende Limits einfach weiter abverkauft werden oder man verpaßt sehr starke Gegenbewegungen.

Und trotzdem hat diese Variante, die Investitionsquote an die Risiken anzupassen und mit freiwerdendem Geld tiefe Limits in den Markt zu legen, sich in den vergangenen Crashs als überaus erfolgreich herausgestellt.

Wenn Sie jedoch langfristiger Anleger sind (auf Sicht von mindestens zehn Jahren) und noch Kapital an der Seitenlinie haben, sollten Sie nicht oder nur sehr dosiert aussteigen. Sie können dann bei stark fallenden Kursen Geld investieren. In diesem Fall sollten Sie sich vor Augen halten, daß ein Crash nichts weiter ist als eine Art Sommerschlußverkauf. Sie erhalten die Aktien, die Sie immer schon mal haben wollten, zu unglaublichen Schnäppchenpreisen. Wobei das natürlich nur für fundamental stabile Unternehmen gilt, die auch in einem länger anhaltenden Crash überleben werden. Einfacher ist es da, direkt in einen Index, zum Beispiel über ETF’s, zu investieren. Hier schalten Sie das Insolvenz-Risiko der Einzelunternehmen aus.

Jochen Steffens ist Chefredakteur des kostenlosen Newsletters "Steffens Daily". Weitere Informationen finden sie hier.

 

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