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Faktencheck Börse

Donnerstag, 6. Juni 2013 um 14:14

Von Wolfgang Braun
In der vergangenen Woche habe ich auf der Webseite einer großen deutschen Finanzzeitung einen Kommentar über die aktuelle Marktlage gelesen. Demnach sollte der Dax bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von 1,4 unter dem historischen Schnitt bewertet sein und damit noch deutliches Potential nach oben haben. Wenige Tage später gab es dann einen weit kritischeren Artikel auf dem Online-Portal eines bedeutenden deutschen Nachrichtenmagazins. Der Tenor war gänzlich anders: Hier war von einer „Billionen-Blase“ die Rede, die sich bei Anleihen und Aktien abzeichne.

Verrückte Medienlandschaft

Diese komplett unterschiedliche Einschätzung ist eine Folge der Sensationslust in den Medien. Normalität verkauft sich schlecht, gelesen werden fast nur Artikel, die etwas besonderes hervorheben. Oft gibt die Nachrichtenlage aber nicht ausreichend spannende Sachverhalte her. Dann müssen die Fakten ein wenig frisiert beziehungsweise Gegenargumente ausgeblendet werden. Im „Blasenartikel“ wird etwa die Kursverdopplung des Dax seit Anfang 2009 erwähnt, nicht aber, dass der Index damit etwa auf dem Niveau aus dem Jahr 2000 notiert. Und so kommt man dann bei gleicher Ausgangslage zu völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Dem Anleger ist damit natürlich kaum geholfen. Sachlichkeit wäre besser als reine Effekthascherei.

In der Aktien-Strategie nutzen wir stets die Daten der zuletzt veröffentlichten Geschäftsberichte. Auf Basis der Zahlen zum 31. März liegt das KBV für den Index mit 1,6 leicht über dem historischen Schnitt, aber noch klar unter dem Wert von 2, der Ende 2007 erreicht wurde und den Beginn der Krise einläutete. Die bisherige Aufwärtsbewegung des Dax war auch keinesfalls nur vom billigen Geld der Notenbanken ausgelöst, sondern auch ein Rücklauf zum fairen Bewertungsniveau. Von einer Blase an den Aktienmärkten kann nicht gesprochen werden. Allerdings sind die Unterbewertungen abgebaut. Es müssen neue Argumente dazu kommen, um einen weiteren Anstieg zu rechtfertigen (etwa eine wirtschaftliche Erholung oder aber der Anlagenotstand bei den Investoren). Richtig liegt das erwähnte Nachrichtenmagazin dagegen bei Anleihen. In diesem Sektor hat die Geldschwemme für irrationale Bewegungen gesorgt. Rekordtiefe Zinsen bei gleichzeitig erhöhter Ausfallgefahr passen nicht zusammen. Bei Staatsanleihen hat sich eine Blase gebildet, die – wegen der Größe des Sektors – enorme Verwerfungen auslösen kann, wenn sie einmal platzt.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Aktien-Strategie“. Weitere Informationen zum Börsenbrief finden sie hier.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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