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Die Steuer-Steuerer

Freitag, 31. Mai 2013 um 22:54

Von Bernd Niquet

Überall, wo gegenwärtig hereingepiekt wird, stößt man sofort auf einen großen Skandal. Ich verstehe das nicht. Ist das früher auch so gewesen? Man kann ja keine Zeitung mehr aufschlagen und kein Politikmagazin im Fernsehen mehr anschauen ohne so etwas. Wer im Gefängnis sitzen sollte, kutschiert draußen herum, dafür sitzen viele Unschuldige in Haft, die Arbeitnehmerrechte werden durch Werkverträge ausgehebelt und die Unternehmen zahlen ihre Steuern nicht. Oder sind das alles nur Klischees?

Wie ist das eigentlich früher gewesen? Da gab es nicht so viele Skandale. Lag das daran, dass es damals geordneter zuging in der Welt oder wurde da einfach nicht so konsequent hineingepiekt von der Presse wie heute? Ich vermute, beide Thesen werden gleichzeitig richtig sein.

Derzeit geht es endlich den großen US-Riesen an den Kragen. Amazon wird bestreikt und Apples Steuerstrategien werden aufgedeckt. Die meisten anderen sind aber auch keine Engel. Und schuld sind wir irgendwie alle, weil wir international keine einheitlichen Standards der Besteuerung hinkriegen.

In den USA ist beispielsweise der Sitz eines Unternehmens maßgeblich für dessen Besteuerung, in Irland hingegen der Ort, wo das Management operiert. Apples Gesellschaften sitzen daher in Irland und das Management arbeitet in den USA, weshalb das Unternehmen nirgendwo Steuern zahlt.

Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass Apple in Deutschland etwa 1 Milliarde Euro Gewinn erzielt hat. Darauf wären eigentlich 250 Millionen Euro Steuern fällig, doch bezahlt hat der Konzern nur 5 Millionen. 245 Millionen sind dem deutschen Fiskus also durch Steuertricks entgangen.

Die Konsequenz daraus ist, dass die Arbeitnehmer, die sich durch direkte Abzüge vom Lohn keinerlei Steuertricks behelfen können, weitere Steuererhöhungen zu fürchten haben. Würden die Unternehmen hingegen ordnungsgemäß zur Kasse gebeten werden können, wäre das Thema Steuererhöhungen auf Dauer vom Tisch. So sieht es aus.

Ich denke: Legale Betrüger sind auch Betrüger. Ich bin daher sehr erleichtert, dass Apple-Produkte mich nicht anziehen und ich daher nicht vor der Wahl stehe, konsequent sein zu wollen oder den Betrug mitzufinanzieren.

Dabei muss ich gestehen, mir in dieser Woche ebenfalls ein Apple-Produkt gekauft zu haben, „Let It Be“ von den Beatles. Also von den guten Apples, Apple Corps Ltd., und nicht von den bösen, Apple Incorporated. Denn ich arbeite gerade das letzte Beatles-Kapitel auf und habe mir daher diese Platte in der um alle Soundeffekte bereinigten Version gekauft, die ich vorher noch nicht kannte: “Le It Be – Naked“. Sehr interessant, finde ich. Und sehr zeitgemäß.

Die Soundeffekte auf der Originalveröffentlichung von 1970 stammen von Phil Spector, den ich wegen seines „Wall Of Sound“ eigentlich über alle Maßen mag. Doch es klingt auch ohne Spector sehr gut, bemerkenswert. Und Spector sitzt ja bis zum Ende seines Lebens wegen Totschlags in Haft. Allzuviel hat sich am Zustand der Welt im Zeitablauf also wohl nicht geändert.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

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Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Zweiter Teil", Leipzig 2012, 570 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-873-9.

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