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Trügerische Ruhe

Donnerstag, 21. Mrz 2013 um 13:55

Von Wolfgang Braun
Die Idee, bei der Rettung von Zypern die Sparer mit einzubeziehen, war im Prinzip richtig. Das Land hat längere Zeit über seine Verhältnisse gelebt und muss dafür jetzt die Rechnung zahlen. Die Lasten ausschließlich auf die Partnerländer abzuschieben, ist nicht fair und dürfte in den Geberländern zu steigendem Unmut führen. Vor allem wären mit der vorgesehenen Abgabe auf Spareinlagen die Schulden reduziert worden, was die Probleme zumindest verkleinert hätte. Bislang wurden die Schuldenprobleme der Krisenländer durch die Vergabe von Krediten (die wohl nie zurückgezahlt werden) schlicht in die Zukunft verschoben. Einzig in Griechenland hat man mit den Schuldenschnitten ebenfalls für etwas Entspannung gesorgt (langfristig aber sicher nicht genug).

Vorschlag gerecht?

Nicht fair an dem Vorschlag der Euro-Partner war die recht starke Beteiligung der Kleinsparer. Alternative zur Rettung ist der Zusammenbruch der Banken. Bei einer Insolvenz von Finanzhäusern sind aber 100.000 Euro Spareinlagen geschützt (natürlich nur, wenn die Einlagensicherung zahlen kann). Anleger mit höheren Einlagen verlieren dagegen weit mehr als die im Rettungsvorschlag vorgesehenen knapp 10 Prozent. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass wieder einmal die „kleinen Leute“ besonders gemolken werden sollten, während man die Reichen mit einem blauen Auge davon kommen lässt. Dieser Eindruck dürfte der Hauptgrund für den massiven Protest gewesen sein, der am Ende zu einem Scheitern des Hilfspakets geführt hat. An den Pranger wurde wieder einmal Deutschland gestellt. Dabei war Pressemeldungen zufolge vor allem der Regierung Zyperns an einer Verschonung der hohen Vermögen gelegen, weil man das einträgliche Geschäftsmodell mit Großanlegern nicht verderben wollte.

Börsen (noch) gelassen

Die Börsen haben erstaunlich gelassen auf die Ablehnung des Vorschlags durch das Parlament in Zypern reagiert. Offenbar vertraut man darauf, dass eine alternative Lösung gefunden wird. Dabei ist offen, wie diese aussehen soll. Auch wenn es nur um vergleichsweise kleine Summen geht, dürfte die Bundesregierung eine Beteiligung des Inselstaats fordern, um die eigene Bevölkerung kurz vor der Wahl nicht zu verärgern. In Zypern scheint aber wenig Einsicht zu herrschen, dass man eigene Fehler gemacht hat. Bis Juni ist noch Geld da. Bleiben beide Seiten hart, könnte das Land doch noch in die Insolvenz gehen. Dann dürfte es mit der Ruhe an den Börsen vorbei sein.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Aktien-Strategie“. Weitere Informationen zum Börsenbrief finden sie hier.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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