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Die große Sehnsucht der Menschen

Freitag, 15. Mrz 2013 um 21:44

Von Bernd Niquet

Ich habe den Eindruck, dass in Wirklichkeit vieles völlig anders aussieht als uns das gemeinhin so beschrieben wird. Sehnen sich die Menschen in unserem Land tatsächlich nach Wachstum, nach einem ständig zunehmenden Wohlstand sowie nach Demokratie und Offenheit? Ich glaube das nicht, ich glaube vielmehr, dass sich die Mehrheit an ganz anderen Werten orientiert und sich eine vollkommen andere Welt ersehnt als wir sie heute erleben.

Nehmen wir doch nur zum Beispiel einmal den „Tatort“ vom vergangenen Sonntag, dem ersten mit Til Schweiger. Dieser Film hat eine Rekordquote erzielt und ist beim Volk sehr gut angekommen. Doch was hat er eigentlich vermittelt? Ich habe nie zuvor einen Film mit Til Schweiger gesehen und weiß auch nicht viel über ihn, bin daher also völlig unbelastet. Also: Wofür steht der neue Kommissar Tschiller? Für mich ergibt sich hier ein sehr klares Bild.

Dieses Bild zeigt: Die Menschen wollen nicht Reichtum, sondern Gerechtigkeit. Und sie wollen keinen Rechtsstaat, sondern einen wohlwollenden Diktator, der sich um das Wohl der Menschen kümmert und sich dabei keinen Deut um Regeln oder Etikette schert.

Schauen wir doch nur auf diesen Mann: Er ist Polizist, kämpft für das Gute und geht dafür einen sehr geraden Weg, ohne nach rechts oder links zu schauen. Er macht keine Kompromisse und bildet keine Koalitionen. Und wenn es hart auf hart kommt, knallt er die Bösewichte einfach ab.

Doch das ist längst noch nicht alles. Er ist zusätzlich nämlich auch noch alleinerziehender Vater, hat eine 15-jährige Tochter, für die er sich verantwortlich fühlt und Verantwortung zweigt. Da fehlt eigentlich nur noch, dass er auch die Wohnung noch putzt, doch das unterlässt er schön. Er schafft es ja nicht einmal, die Umzugskartons auszupacken. Eine Schwachstelle darf also auch er haben.

Und sein Verhältnis zum Rechtsstaat, dieser alltäglichen Verkörperung unserer Demokratie? Das Verhältnis zum Rechtsstaat spielt sich auf zwei Ebenen ab, einmal im Verhältnis zu seinem direkten Vorgesetzten und ein anderes Mal der Staatanwältin gegenüber. Der Vorgesetzte erscheint dabei jedoch nur als penibler Trottel, der gar nicht ernst zu nehmen ist. Und die Staatsanwältin? Oh, la la.

Immer, wenn im Fernsehen richtig hübsche und attraktive Frauen auftreten, spielen sie Staatsanwältinnen. Warum das so ist, war mir bis zum Samstag nicht klar. Doch jetzt habe ich eine Ahnung: Der Kommissar und die Staatsanwältin werden ganz sicher im Bett landen, darauf läuft es zwangsläufig hinaus. Es wird also der Sex sein, der den Rechtsstaat außer Kraft setzt. Ich weiß zwar nicht, wie die zuschauenden Frauen darauf regieren, doch wenn ich an die Darstellerin der Staatsanwältin denke, ich habe sie gegoogelt, sie heißt Edita Malovcic, Filmgöttin, dann verzichte ich gerne auf die Demokratie und liefere mich bereitwillig und willig aus.

Und genauso funktioniert auch der gesamte Film: Schweiger oder Tschiller ist der wohlwollende Diktator, ihm fliegen die Sympathien der Zuschauer zu, er setzt sich für die Menschen ein, und jeder toleriert deshalb natürlich, das sich so ein Mann nicht auch noch um Gesetze und Verordnungen kümmern kann. Und insgeheim denken sie: So einen Mann wollen wir! Der soll uns regieren!

(Und auch ich schließe mich an: Für euch den Regenten und für mich die Malovcic!)

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

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Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Zweiter Teil", Leipzig 2012, 570 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-873-9.

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