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Wer rettet denn nun wen?

Freitag, 1. Mrz 2013 um 22:50

Von Bernd Niquet

Wir Deutschen haben wirklich ein schweres Schicksal. Das gilt es heute einmal anzuerkennen. Dass es im Winter bei uns kalt und dunkel und schneereich ist, ist tatsächlich kaum zu ertragen. Und dann müssen wir auch noch Pferdefleisch essen und besitzen keine Politclowns wie die anderen. Wirklich schwer, sehr, sehr schwer.

Dafür haben wir aber Europa gerettet. Das ist doch etwas. Mit unseren Garantiezusagen für den Rettungsfonds haben wir die PIIGS-Staaten vor Schlimmerem bewahrt, Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien. Wir haben uns aufgeopfert, um die anderen zu retten.

Wer allerdings den Film „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ von Harald Schumann in dieser Woche gesehen hat, hat dort ganz anderes erlebt. Es war wie in einem Schauspiel. Da protestiert eine kleine Gemeinde in Irland jede Woche gegen die Schonung der Gläubiger bei der Bankenrettung, als der Film-Autor eine Frau mittleren Alters darauf hinweist, dass nach deutscher Sicht wir Deutschen ja den Euro gerettet haben.

„Was SIE?“, sagt die sichtlich überraschte resolute Dame: „WIR haben Europa gerettet!“

Wie könnte so eine Szene in einem Spielfilm aussehen? Zwei Schiffbrüchige liegen erschöpft am Strand. Da sagt der eine: „Eigentlich könnten Sie mir jetzt danken, dass ICH SIE gerettet habe.“ Und der antwortet verdutzt: „Was? ICH habe doch SIE gerettet.“

Tja, was ist nun richtig? Bleiben wir beim Beispiel Irland. Durch das irische Steuerdumping und die niedrigen Zinsen im Anschluss an die Euro-Einführung sind dort enorme Investitionen im Baubereich getätigt worden. Die Kreditnachfrage wuchs sprunghaft und ist von den irischen Banken und ausländischen Vermögensbesitzers reichhaltig befriedigt worden. So ergab sich dann eine Kreditblase, die plötzlich zu platzen drohte.

Dieser Situation kann man prinzipiell auf zweifache Weise begegnen: Entweder man lässt die Gläubiger Pleite gehen – oder aber man fährt ein hartes volkswirtschaftliches Sparprogramm. Beim ersten Weg leiden diejenigen, die vorher zu viel Risiko eingegangen sind, doch dabei ergibt sich die Gefahr, dass ihr Zusammenbruch das gesamte Finanzsystem mitreißt. Beim zweiten Weg hingegen leidet das Volk unter den Einsparungen und die Gläubiger kommen ungeschoren davon.

Die EU hat sich in allen Ländern für den zweiten Weg entschieden. Ist das nun richtig oder falsch? Eine Antwort lässt sich nur schwer geben. Und wenn, dann müsste sie wohl JEIN lauten. Das große Problem ist, dass sich nur schwer nachweisen lässt, ob eine Situation systemgefährdend ist. Lehman Brothers in den USA sind zusammengebrochen und das Finanzsystem hat gut überlebt. Bei AIG hingegen wäre es vermutlich schwieriger geworden, da wären die Deutsche Bank und viele andere vergleichbare Institute wohl auch pleite gegangen.

Doch in Irland? Da hätten unsere Vermögensbesitzer wie die Deutsche Bank etc. zwar Verluste eingefahren, doch ob es sie den Kopf gekostet hätte, ist wohl eher zu bezweifeln. Und so muss jetzt das irische Volk die Lasten dafür tragen, dass die großen Gläubiger allesamt völlig ungeschoren aus ihren Fehlinvestitionen herausgekommen sind. Andererseits haben die eigene Regierung und die eigenen Banken ihnen das eingebrockt. Trotzdem ist das eigentlich untragbar. Wie in Spanien auch. Griechenland war da vielleicht ein richtiger Weg, doch auch der kann keine Schule machen.

Vielleicht müssen wir tatsächlich so weiter machen wie bisher und die Gläubiger immer wieder herausboxen. So lange, bis es wirklich nicht mehr anders geht. Doch bis dahin kann es noch unzählige Seuchen und Meteoriteneinschläge geben.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

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Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Zweiter Teil", Leipzig 2012, 570 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-873-9.

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