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Bürger auf der Straße

Freitag, 1. Februar 2013 um 22:41

Von Bernd Niquet

Gerade ist eine neue Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung im Auftrag von BP erschienen über die Protestbewegungen aus dem bürgerlichen Lager gegen Dinge wie das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, gegen Windräder und Freileitungen und pro Erdkabel sowie gegen den Ausbau des Flughafens Berlin-Brandenburg.

In der Studie geht es darum, was die Protestler verbindet und was sie antreibt. Verbindendes Moment ist sicherlich, dass man der Politik nicht mehr traut, der Antrieb ist jedoch nicht auf das Allgemeinwohl, sondern auf die eigenen Interessen gerichtet. Das unterscheidet diese Protestbewegung von anderen. Daneben ist das Alter der Protestler weit höher als bei allen anderen Protesten der Vergangenheit.

In diesem Moment komme ich selbst ins Spiel. Franz Walter, der als Leiter für diese Studie verantwortlich zeichnet, beziffert den dominanten Kern der Protestbewegung als männlich und im Alter ab 55 bis Ende 60, also Leute, denen es gut geht und die viel Zeit haben.

Solche Leute hasse ich, obwohl ich selbst mittlerweile ebenfalls dazugehöre und auch manche der Protestgründe durchaus teile. Was mich jedoch wahnsinnig anstinkt, ist das zwiegespaltene Staatsverständnis der meisten dieser Leute. Auf der einen Seite haben diese Wutbürger ein total negatives Staatsverständnis und möchten am liebsten den Umsturz, auf der anderen Seite jedoch soll der Staat natürlich brav ihre Renten und Pensionen auszahlen und ihre Rechte schützen.

Auf einer harmlosen Ebene entspricht das dem Weltbild der Hundebesitzer, auf das man hier trifft: Wenn staatliche Vorschriften wie Leinenzwang in bestimmten Gebieten ihren Interessen widersprechen, fühlen diese Leute sich bemüßigt, sich absichtlich dagegen zu verhalten, werden sie deswegen jedoch von anderen Menschen persönlich angegangen, rufen sie sofort nach Recht und Ordnung.

Ich bin jedes Mal erstaunt, wenn ich mit Männern dieser Altersgruppe rede, egal wann und wo. Was mir da an Staatsverachtung entgegentritt, entspricht schon beinahe Weimarer Verhältnissen. Die Mehrheit dieser Leute denkt nämlich ganz gewiss daran, dass unsere Staatsfinanzen demnächst zusammenbrechen werden. Dieser Glaube ist so weit verbreitet, dass ich es immer fast nicht glaube.

Und unabhängig, ob das nun alles richtig oder falsch ist oder ob man dazu überhaupt fundiert Stellung nehmen kann: Ich hasse diese Leute! Neulich war ich unten am See, während der Mittagszeit für einen kurzen Spaziergang, weil meine Arbeit stockte. Es war so glatt, dass man kaum richtig laufen konnte und ich recht bald umgedreht bin. Da kommt mir ein braungebrannter Mittsechziger entgegen, dem ich erzähle, dass es wohl kaum Zweck hat, hier zu laufen. Da sagt er, ihm würde das mit seinen Spikes nichts ausmachen.

Eigentlich toll, denke ich, der Mann hat es geschafft, hat Geld und Zeit und Muße, und er ist findig. Trotzdem hasse ich solche Leute und halte lieber mit den jungen, die den ganzen Renten- und Pensionsberg, von dem die fitten und reichen Alten leben, über ihre Abgaben finanzieren müssen. Das ist vielleicht unfair und subjektiv, aber es ist einfach so.

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