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Margot Honeckers großer Sieg

Freitag, 11. Januar 2013 um 22:37

Von Bernd Niquet

Wenn man so gestrickt ist wie ich, empfindet man es durchaus als Hochgenuss, wenn man in der Zeitung einmal eine geäußerte Meinung vorfindet, die haargenau dem eigenen Denken entspricht. Meistens muss ich dazu allerdings den redaktionellen Teil meiner Zeitung verlassen und mir die Leserbriefe anschauen. Da finde ich dann aber doch relativ oft, wonach ich giere.

Dieses Mal geht es um Kinder. Und da schreibt eine wackere Leserin: „Die Familienpolitik einer Margot Honecker wird auf einmal auch im Westen als das Nonplusultra angesehen.“ Na – habe ich Ihnen das nicht schon immer gesagt?! Im Prozess der Deutschen Einigung wurde alles vom Westen genommen, bis auf die Familienpolitik. Da hat die DDR in jeder Hinsicht den Sieg davon getragen.

Doch warum ist das so? Ich will das mit dem großen Psychoanalytiker Erich Fromm begründen. (Der im Übrigen ein Wessi war, aber das tut nichts zur Sache. Marx hätte das sicherlich genauso gesagt. Aber Marx war ja auch ein Wessi. Ende des Exkurses.) Also Fromm sagt: Jede Gesellschaft schafft sich die Menschen, die sie braucht. Und wir brauchen halt Wirtschaftsmenschen, Konsumenten, Massenmenschen für Massenprodukte.

Mein Leserbrief schreibt dazu: Vor den 60er Jahren gab es keine Jobs für Frauen, da sollten sie zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern. In den Wirtschaftswunderzeiten brauchten wir die Frauen jedoch, und so ergab sich das Phänomen der Schlüsselkinder, weil es noch keine Betreuungsplätze gab. In der Zeit der wieder knappen Arbeitsplätze in den 80er und 90er Jahren blieben die Frauen dann wieder in den ersten Lebensjahren der Kinder zu Hause und lernten, sorgsam mit deren Psyche umzugehen.

Und heute? Heute ist es bei uns wie unter Margot Honecker schon in den 70ern. Da kommen die Kinder sofort in die Krippe, noch bevor sie laufen können. Wie die Küken auf das Fließband. Und was bedeutet das? Dazu noch einmal meine wackere Leserbriefschreiberin: Wir verheizen die nächsten Generationen.

Und das passt doch genau in unser Wirtschaftssystem hinein! Wir schaffen genau die Menschen, die wir brauchen! Wir verheizen ja auch unsere Finanzen.

Und was wir genau für Menschen brauchen, habe ich heute am eigenen Leib beim Frühstück erfahren. Da ich in meinem Bauch derzeit etwas derangiert bin, habe ich mir fürs Frühstück einen Babybrei gekauft, Milchbrei mit Grieß, für Babys ab dem 4. Monat. Das wird meinem Bauch sicher gut bekommen, denke ich. Und ich muss sagen, es schmeckt wirklich gut und ist sehr gehaltvoll.

Doch nach ein paar Minuten zerreißt es mich innerlich fast. Ich schaue auf die Packung und sehe, dass dieser Brei tatsächlich zu 30 Prozent aus Zucker besteht. Von 100 Gramm sind 30 Gramm Zucker. 30 (!) Gramm.

Doch jetzt verstehe ich natürlich plötzlich alles. Wir brauchen genau die Menschen, die wir mit diesem Brei in der Kita großziehen. Massenmenschen ohne große eigenständige Individualität, die später die ganzen Massenprodukte mit Massen an Zucker kaufen und anschließend möglichst schnell massenhaft Medikamente benötigen, um danach so schnell wie es geht wieder von der Welt abzutreten.

Es ist fast, als ob das eine große Wirtschaftsvernunft mit ihrer unsichtbaren Hand tatsächlich langfristig so geplant hat.

*********************** UND IMMER NOCH NEU: DER ZWEITE TEIL! WIE ES JENSEITS DES GELDES WEITER GEHT!

Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Zweiter Teil", Leipzig 2012, 570 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-873-9.

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