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Reichensteuer für Arme

Freitag, 28. Dezember 2012 um 15:52

Von Bernd Niquet

Gerade ist der Schauspieler Gérard Depardieu durch den verschneiten Pressewald galoppiert und überall wurde von seiner Steuerflucht von Frankreich nach Belgien berichtet.

In Frankreich hat nämlich der neue Präsident François Hollande sein wichtigstes Wahlversprechen eingelöst und eine Reichensteuer beschlossen. Danach werden, auf zwei Jahre befristet, alle Jahreseinkommen von mehr als 1 Million Euro mit einem Spitzensteuersatz von 75 Prozent belegt.

An der Tatsache, dass beim Steueraufkommen dieser Steuer mit nur 210 Millionen Euro gerechnet wird, zeigt sich jedoch das ganze Dilemma unseres heutigen Besteuerungswesens: Die Reichen alleine können den Laden nicht schmeißen. Wenn man viel einnehmen will, muss man die Masse besteuern, entweder die Masse der Menschen oder der Vermögen. Doch die Vermögensbesteuerung ist ja hierzulande fast so etwas wie Gotteslästerung.

Die Bundesrepublik Deutschland ist ja überhaupt ein Schlaraffenland für Reiche. Den Armen knöpft man von jedem ausgegebene Euro ihres kargen Einkommens 19 Cents Mehrwertsteuer ab, doch die Reichen, die ihr Geld nicht ausgeben, sondern horten und vererben, werden kaum stärker zur Kasse gebeten.

Denn egal, wie hoch die Kapitaleinkommen der Deutschen sind, ob 1.000 Euro, 100.000, 1 Million oder 100 Millionen, bei uns zahlen die Kapitalisten auf alles nur den Satz von 25 Prozent + Soli. Eine Progression gibt es für sie nicht mehr. Die arbeitenden Menschen hingegen kommen ganz schnell in die Progression hinein. Da gelangt man bei mittleren Einkommen sehr schnell zu Durchschnittssteuersätzen, die weit über denjenigen der Bezieher von Kapitaleinkommen in Millionenhöhe liegen.

Und, Herr Steinbrück, das haben Sie mitbeschlossen! Sie werden sich also nicht herausreden können!

In der Bundesrepublik werden somit die Bezieher von Kapitaleinkommen von den Arbeitern und Arbeitnehmern subventioniert. Das heißt: Wir haben auch eine Reichensteuer. Sie ist jedoch anders ausgestaltet und wirkt anders als in Frankreich, denn sie wird von den Armen bezahlt und kommt den Reichen zu Gute.

Das ist die Lage zum Jahreswechsel in ein Bundestagswahljahr hinein. Und alle großen Parteien sind da einer Meinung.

Trotzdem wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

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