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Wie die Zeit vergeht

Freitag, 21. Dezember 2012 um 14:21

Von Bernd Niquet

Liebe Leser, ich schreibe diese Kolumne wie immer am Donnerstag, was in dieser Woche ganz besonders gut passt, denn wer weiß, ob sie Sie noch erreicht. Schließlich soll am 21.12. 2012 der Weltuntergang sein. Wobei ich allerdings nie gelesen habe, wann genau. Schon morgens? Oder können wir noch in Ruhe frühstücken? Und mittags, ob da die Kantine noch offen ist?

An der Universität habe ich mich immer sehr gefreut auf den letzten Tag vor dem Fest, denn da gab es in der Mensa immer Weihnachtsmenü. Und ich bin froh, diese Weihnachtsmenüs in der Vergangenheit alle eingefahren zu haben, denn so fällt mir der Weltuntergang jetzt nicht so schwer. Und ich hoffe, den heutigen Studenten wird zumindest diese Möglichkeit noch geboten (worden sein) und der Weltuntergang findet erst am Nachmittag oder noch später statt Vielleicht so gegen 16.00 Uhr oder 16.30 Uhr. Das würde mir jedenfalls zeitlich ganz gut passen.

Doch ich schweife ab. Eigentlich wollte ich Ihnen etwas Trauriges erzählen, ich meine, etwas wirklich Trauriges. Ihr Kolumnist ist nämlich ein alter Sack geworden und liebt jetzt alte Damen. Derzeit verehrt er Hilde Knef, hört deren Musik und liest deren Autobiografie. Sie hat ja einmal ganz in der Nähe von mir gewohnt, in Berlin Zehlendorf, am Teltower Damm. Und wenn ich ihre Stimme höre, weiß ich, dass ich sie kenne. Es kann aber auch sein, dass ich da an meine praktische Ärztin denke, die nur einen Steinwurf davon praktizierte und auch so sprach. Die Ähnlichkeit der Stimme ist jedenfalls frappierend. Ob ich da einmal nachforschen sollte?

Auf jeden Fall muss ich sagen, dass ich aus Knefs Buch „Der geschenkte Gaul“ zum ersten Mal wirklich authentisch erfahren habe, wie das gewesen sein muss, als die Russen Berlin erobert haben. Diese Frau hat wirklich etwas erlebt und kann wirklich schreiben.

Was mich jedoch zu dieser Kolumne motiviert hat, ist ein kleines Liedchen, an dem man sehen kann, wie schnell sich die Zeit wandelt. Es stammt von 1979, heißt „Ich möchte am Montag mal Sonntag haben“ und der Text ist von der Knef selbst. In diesem Lied finden sich lauter Dinge, die heute absolut nicht mehr gehen, die politisch völlig inkorrekt oder aber mittlerweile so gewöhnlich geworden sind, dass sie überhaupt nicht mehr als die Wunschträume gelten können, die sie 1979 noch waren.

An diesem Lied sieht man, wie die Zeit vergeht. Ich werde dazu jetzt ein paar Proben geben. Das beginnt schon mit dem fetten Sound von Bert Kaempfert, denn so etwas kann heute trotz unglaublich erweiterter technischer Möglichkeiten niemand mehr. Doch nun zum Text: „Ich möchte am Montag mal Sonntag haben, und „Feierabend“ vorm Aufstehen sagen“ – das hat ja heute jeder im Arbeitsleben. „Ich möchte ganz sorglos verreisen können und Erdteile wie meinen Garten kennen“ – macht doch heute mit Ryanair jeder Penner. „Ich möchte mal etwas ganz Nutzloses kaufen…“ – wie heute überall üblich – „… und barfuß allein durch den Kongo laufen“ – Kongo? Was ist das? Und dann noch: „im Winter mal Sommer haben“ – gähn – „Sonnenbrand in Australien“ – wohl verrückt – „ich möchte meine eigenen Nerze züchten“ – ähem – „und mich an die Brust eines Stierkämpfers flüchten“ – Tierquäler!

Tja, so vergeht die Zeit! Und: „Ich möchte nach keiner Beförderung mehr streben und meinem Alltag den Abschiedskuss geben.“ Das haben wir doch alle auch schon längst hinter uns. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

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Bernd Niquet, "Jenseits des Geldes, Zweiter Teil", Leipzig 2012, 570 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-873-9.

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