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Börsenjahr 2013 wird kein Selbstläufer

Donnerstag, 20. Dezember 2012 um 14:52

Von Wolfgang Braun
Wenige Tage vor Silvester kann man von einem gelungenen Börsenjahr 2012 sprechen. Mit einem Zuwachs von rund 30 Prozent hat der Dax das Gros der Analystenprognosen übertroffen. Wegen der Schuldenprobleme der meisten Industrieländer waren die Experten zu Jahresbeginn eher vorsichtig bei ihren Schätzungen. Ein Punktziel für den Dax haben wir in der Aktien-Strategie nicht abgegeben. Die von uns in der Ausgabe 01/12 vorgegebene Tendenz hat aber etwa gepasst. Wir waren von einer verhaltenen Entwicklung im ersten Halbjahr ausgegangen, hielten dann aber eine positive Tendenz ab dem Spätsommer für möglich. Nach starkem Jahresauftakt war der Dax bis Anfang Juni fast wieder auf sein Ausgangsniveau zurückgefallen. Danach ging es erst langsam, ab Mitte November dann zügig aufwärts.

Und 2013?

Viel wichtiger für Anleger ist die zu erwartende Entwicklung in kommenden Jahr. Abzusehen ist bereits jetzt, dass die Notenbanken weiter massiv Liquidität in die Märkte pumpen. Ben Bernanke hat gerade erst ein neues Anleihekaufprogramm angekündigt. Mario Draghi dürfte ebenfalls zu seinem Wort stehen und die Geldschleusen öffnen, wenn notleidende Länder unter den Rettungsschirm flüchten. Auch in Japan flutet man die Märkte mit Geld, was dem Nikkei in den vergangenen Wochen eine atemberaubende Performance gebracht hat. Und selbst in China deutet sich eine laxere Geldpolitik an. Aktien haben zwar im historischen Vergleich ihre Unterbewertung abgebaut. Im Vergleich zu Anleihen sind sie aber nach wie vor günstig. Da auch die Preise von Immobilien kräftig angezogen sind, bleiben Aktien (und Edelmetalle) die attraktivste Alternative.

Einige Stolpersteine

Die Sorgen der Anleger richteten sich zuletzt verstärkt in die USA. Zwar zeichnet sich eine Einigung im Fiskalstreit ab, auch bei einem Kompromiss lassen sich schmerzhafte Einschnitte nicht vermeiden. Denn nur so können die Vereinigten Staaten ihr gigantisches Haushaltsdefizit mindern. Im Vergleich dazu hat Europa schon einen Teil seiner „Hausarbeiten“ erledigt. Auch hier gibt es aber noch Stolpersteine. Einer davon könnte in Italien liegen, wo Silvio Berlusconi mit anti-europäischen Parolen zurück auf die politische Bühne strebt. Die Wahlen Anfang 2013 werden spannend. Zunehmend ins Visier der Anleger könnte außerdem das kriselnde Frankreich rücken. Das Land wäre zu groß für einen Rettungsschirm und würde die Krise damit auf eine neue Stufe heben. Trotz Anlagenotstand – ein Selbstläufer wird 2013 wohl nicht.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Aktien-Strategie“. Weitere Informationen zum Börsenbrief finden sie hier

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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